Weltpremiere: Orgel mit Porzellanpfeifen in Meißen erklingt bald!

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In Meißen wird erstmals ein Orgelregister mit Porzellanpfeifen installiert; Einbau im April 2025, Klangpremiere zu Pfingsten.

In Meißen wird erstmals ein Orgelregister mit Porzellanpfeifen installiert; Einbau im April 2025, Klangpremiere zu Pfingsten.
In Meißen wird erstmals ein Orgelregister mit Porzellanpfeifen installiert; Einbau im April 2025, Klangpremiere zu Pfingsten.

Weltpremiere: Orgel mit Porzellanpfeifen in Meißen erklingt bald!

Das weltweit erste Orgelregister mit Porzellanpfeifen findet in der Frauenkirche Meißen seine Vollendung. Laut diesachsen.de wurden die Arbeiten am innovativen Porzellanregister erfolgreich abgeschlossen. Der Einbau ist für Mitte April 2025 geplant, wobei das erste Erklingen des Registers am Pfingstsonntag um 15 Uhr stattfinden soll.

Ralf Jehmlich, der Leiter des Dresdner Orgelbaubetriebs in sechster Generation, stellte das neu entwickelte Orgelwerk der Öffentlichkeit vor. In einem beeindruckenden Moment spielte der Meißner Kantor Karsten Voigt zwei kurze Stücke auf den neuen Porzellanpfeifen und zeigte sich von der Klangfarbe begeistert.

Technische Details und historische Hintergründe

Das neue Orgelwerk wird aus 37 unterschiedlich großen Pfeifen aus Meißener Porzellan bestehen, ergänzt durch kleinere, unsichtbare Metall- und Holzpfeifen. Die Entwicklung dieser Porzellanpfeifen hat eine lange Geschichte; bereits zu Zeiten August des Starken gab es Bestrebungen, Orgelpfeifen aus Porzellan herzustellen. Eine erfolgreiche Umsetzung gelang jedoch erst im Jahr 2000, als die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meißen in Kooperation mit Jehmlich Orgelbau Dresden klingende Porzellanpfeifen herstellte. Die Initialzündung für dieses Projekt gab Ludwig Zepner, der damalige künstlerische Leiter der Porzellan-Manufaktur.

Die Jehmlich-Orgel in der Frauenkirche wird mit diesem einzigartigen Pfeifenwerk ergänzt, was für das Jahr 2024/25 vorgesehen ist. Die neuartige Kombination von Orgel und Porzellan soll auf innovative Weise zusammengeführt werden. Der Auftrag für die Herstellung der Porzellanpfeifen wurde im November 2023 erteilt, und die Produktion hat bereits begonnen, wie frauenkirche-meissen.de beschreibt.

Die lange Tradition des Meißener Porzellans

Die Geschichte Meißener Porzellans geht bis ins Jahr 1708 zurück, als es in Europa erfunden wurde. Die erste europäische Porzellanmanufaktur wurde 1710 auf der Albrechtsburg in Meißen gegründet. August der Starke, ein bedeutender Förderer der Kunst und Kultur, wünschte sich prächtige, bunt bemalte Porzellane für sein Porzellanschloss. Die Anfänge der Porzellanmalerei in Meißen wurden von Johann Gregorius Höroldt geprägt, der 1720 an die Manufaktur kam und einbrennbare Porzellanmalfarben entwickelte. Diese Entwicklungen trugen wesentlich zur europäischen Porzellanmalerei bei, die 2016 in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes Deutschlands aufgenommen wurde.

Die Frauenkirche Meißen selbst ist seit 1929 im Besitz eines Porzellanglockenspiels im Turm, was die jahrelange Verbundenheit mit dem Material unterstreicht. Diese reiche Tradition verbindet sich nun auf besondere Weise mit der modernen Kunst des Orgelbaus und zeigt einmal mehr die Innovationskraft und das Erbe der Stadt Meißen.