In den letzten Jahren hat sich die NATO-Kommandostruktur erheblich gewandelt, und Deutschland steht nun im Mittelpunkt dieser Veränderungen. US-Präsident Donald Trump hat wiederholt gefordert, dass europäische Länder mehr Verantwortung für ihre eigene Sicherheit übernehmen. Diese Forderung spiegelt sich nun in einer neuen Aufteilung von Führungspositionen innerhalb der NATO wider, wobei Deutschland mehr Spitzenposten besetzen wird als die USA. Diese Änderungen zielen auf eine fairere Lasten- und Verantwortungsverteilung innerhalb des Bündnisses ab, während die USA weiterhin die militärische Führungsverantwortung behalten, insbesondere den Posten des Oberbefehlshabers der NATO-Streitkräfte in Europa (Saceur) sowie wichtige strategische Kommandos.
Die Umstrukturierung der NATO-Kommandostruktur sieht vor, dass europäische Alliierte zunehmend Führungsaufgaben übernehmen. Großbritannien wird beispielsweise das Kommando über das Joint Force Command Norfolk in Virginia von den USA übernehmen, während Italien das Kommando über das Joint Force Command in Neapel erhält. Deutschland und Polen werden sich das Kommando über das Joint Force Command Brunssum im Rotationsprinzip teilen. Diese Veränderungen sind Teil eines umfassenderen Plans, der auch die Erhöhung der Verteidigungshaushalte europäischer Staaten nach dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine umfasst.
Neuer Kurs in der NATO
Die aktuellen Veränderungen in der NATO-Kommandostruktur sind nicht nur eine Reaktion auf Trumps Forderungen nach einer „europäisch geführten NATO“, sondern auch ein strategischer Schritt, um die europäische Verteidigungsfähigkeit zu stärken. Die NATO verfügt über neun Stützpunkte weltweit zur Koordination von Einsätzen, und die USA planen möglicherweise, ihre Truppenpräsenz in Europa zu reduzieren, um sich verstärkt auf Bedrohungen wie China zu konzentrieren. Dennoch bleiben zentrale NATO-Kommandos in den Bereichen Luft, Land und See weiterhin in US-Hand.
Besonders interessant ist die Rolle von Carsten Breuer, dem Generalinspekteur der Bundeswehr, der als möglicher Nachfolger des NATO-Militärausschuss-Chefs Dragone gehandelt wird. Breuer, der seit März 2023 im Amt ist und zuvor das Territoriale Führungskommando geleitet hat, könnte ab 2028 eine Schlüsselposition innerhalb der NATO einnehmen. Der NATO-Militärausschuss ist die oberste militärische Entscheidungsebene des Bündnisses und spielt eine entscheidende Rolle bei der strategischen Ausrichtung der NATO.
Die NATO-Kommandostruktur im Überblick
Die NATO-Kommandostruktur (NKS) umfasst integrierte militärische Kommandobehörden, die der politischen Führung im NATO-Hauptquartier in Brüssel unterstehen. Der Nordatlantikrat ist das entscheidende Organ, während der NATO-Militärausschuss das oberste militärische Gremium darstellt. Die Struktur wurde ursprünglich 1951 durch General Dwight D. Eisenhower aufgebaut und hat sich seitdem erheblich verändert, insbesondere nach dem Ende des Kalten Krieges.
Die Umstrukturierungen der NATO-Kommandostruktur sind nicht nur eine Reaktion auf aktuelle geopolitische Herausforderungen, sondern auch Teil einer langfristigen Strategie zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit Europas. Die Veränderungen sollen schrittweise in den kommenden Jahren umgesetzt werden, im Einklang mit festgelegten Personalrotationen, und es bleibt abzuwarten, welche weiteren Entwicklungen die NATO in der Zukunft prägen werden.