In Deutschland wird die Diskussion um Impfungen zunehmend von einem Spannungsfeld zwischen Zustimmung und Verunsicherung geprägt. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Bevölkerung nicht grundsätzlich impfkritisch ist. Viele Menschen befürworten Impfungen, handeln jedoch nicht entsprechend. Dies führt zu Impfquoten, die als verbesserungswürdig gelten. Laut dem epidemiologischen Bulletin des Robert Koch-Instituts (RKI) aus dem vergangenen Jahr sind deutliche Impflücken in allen Altersgruppen zu verzeichnen. Diese Impflücken variieren zudem je nach Region und Altersgruppe. Während die Impfquoten bei Kindern relativ hoch sind, wird die Grundimmunisierung oft später als empfohlen oder gar nicht abgeschlossen. Bei Erwachsenen, Menschen mit Vorerkrankungen und Schwangeren liegen die Impfquoten häufig unter 50 Prozent. Das RKI empfiehlt dringend, diese Impflücken zu schließen, um das Potenzial der von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen besser auszuschöpfen. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in der Quelle.

Aktuelle Daten zum Immun- und Impfstatus der Bevölkerung sind entscheidend für die Impfempfehlungen und -programme. Diese Informationen geben Hinweise zur Umsetzung der Empfehlungen der STIKO am RKI und informieren über die Impfakzeptanz in der Bevölkerung sowie bei Ärzten. Bestehende Impflücken müssen erkannt und angegangen werden. Um die Impf- und Immunstatus zu ermitteln, ist jedoch zu beachten, dass es in Deutschland kein einheitliches System zur Erhebung von Impf­daten gibt. Impfdaten werden überwiegend dezentral und regional erhoben, wobei Teilstichproben oder Querschnitts­untersuchungen zum Einsatz kommen müssen. Regelmäßig erhobene Daten liegen nur aus Schuleingangs­untersuchungen und ab dem Geburtsjahrgang 2004 aus dem RKI-Impfquotenmonitoring vor, welches in Kooperation mit den 17 Kassenärztlichen Vereinigungen durchgeführt wird. Für weiterführende Informationen besuchen Sie bitte die Quelle.

Das RKI und das Impfmonitoring

Das Robert Koch-Institut (RKI) spielt eine zentrale Rolle in der Auswertung und Veröffentlichung von Daten zum Impfstatus der Bevölkerung in Deutschland. Es gibt zwei gesetzlich verankerte Säulen für ein bundesweites Impfquoten-Monitoring: Zum einen die Erhebung von Daten zum Impfstatus bei Schuleingangsuntersuchungen seit 2001, und zum anderen den Erhalt von Daten zu abgerechneten Impfleistungen von Kassenärztlichen Vereinigungen seit März 2020. Langfristige Studien und Umfragen, wie KiGGS und DEGS, bieten zudem zusätzliche repräsentative Daten zu Impfquoten. Besonders bemerkenswert ist, dass ein spezielles Impfquotenmonitoring für die COVID-19-Impfung während der Corona-Pandemie eingerichtet wurde.

Die Impfquoten für Kinder und Jugendliche werden seit 2020 aus beiden Datenquellen gemeinsam veröffentlicht. Im Kindesalter sind die Impfquoten in Deutschland insgesamt hoch; der Impfschutz bei Einschulungskindern ist bundesweit als sehr gut zu bewerten. Lang etablierte Impfungen wie Diphtherie und Tetanus haben Impfquoten von über 90%. Neuere Impfungen, darunter Windpocken, Meningokokken C und Pneumokokken, erreichen Impfquoten zwischen 80 und 90%. Die Rotavirus-Impfung, empfohlen seit 2013, hatte 2020 jedoch nur eine Quote von 56,8%. Es ist essenziell, dass der Impfschutz bei Säuglingen und Kleinkindern zeitgerecht erreicht wird, da sie besonders gefährdet sind. Leider zeigen die Daten, dass bei Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen sowie Meningokokken C, Pneumokokken und Rotaviren oft nicht ausreichend hohe Impfquoten bei Kleinkindern erreicht werden. Weitere Informationen zu den Impfquoten können Sie in der Quelle nachlesen.

Mit Blick auf die Zukunft ist es wichtig, die bestehenden Impflücken zu schließen und die Impfquoten zu erhöhen. Ab Dezember 2023 wird ein aktualisiertes Impfquoten-Tool des RKI verfügbar sein, das einen Überblick über Routineimpfungen bietet. Eine Erweiterung auf Impfungen bei Erwachsenen ist ebenfalls geplant. Nur durch kontinuierliche und zielgerichtete Maßnahmen kann die Gesundheit der Bevölkerung nachhaltig gesichert werden.