Heute ist der 3.03.2026 und wir stehen vor einer der größten gesundheitlichen Herausforderungen in Deutschland: Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Über 8 Millionen Deutsche sind betroffen, und jährlich sterben mehr als 300.000 Menschen an diesen Erkrankungen. Sie sind die häufigste Todesursache in Deutschland, sogar noch vor Krebs. Diese alarmierenden Zahlen verdeutlichen, wie wichtig Prävention und ein gesunder Lebensstil sind, um viele Fälle zu vermeiden. Der dritte BILD-Herzgipfel, der am 17. März 2026 stattfinden wird, hat sich genau diesem Thema verschrieben. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Ulf Landmesser vom Deutschen Herzzentrum der Charité soll der Gipfel Medizin, Politik und Gesellschaft zusammenbringen, um Lösungen zu finden. Zu den Teilnehmern zählen auch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) und Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU).
Der Gipfel wird sich mit verschiedenen Themenschwerpunkten befassen, darunter die mentale Gesundheit und deren Einfluss auf das Herz, Bluthochdruck als Risiko für Herz, Nieren und Gehirn sowie Innovationen in der Patientenversorgung durch Robotik. Besonders im Fokus steht auch HOCM (Hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie), ein oft unerkannter Herzfehler. Der BILD-Herzgipfel wird von einer Serie zur Herzgesundheit begleitet, die auf die Dringlichkeit dieser Themen aufmerksam macht. Wer Fragen zur Herzgesundheit hat, kann sich an sprechstunde@bild.de wenden.
Risikofaktoren und Präventionsmöglichkeiten
Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen etwa 40 Prozent aller Sterbefälle in Deutschland. Zu den wichtigsten Erkrankungen mit hoher Public Health Relevanz zählen die koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt und Schlaganfall. Beeinflussbare Risikofaktoren, die zu diesen Erkrankungen führen, sind unter anderem kardiometabolische Erkrankungen wie Hypertonie, Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen, sowie gesundheitsbeeinträchtigende Verhaltensweisen wie Rauchen, körperliche Inaktivität und ungesunde Ernährung. Die gute Nachricht ist, dass Risikofaktoren durch gesundheitsbewusstes Verhalten und medikamentöse Therapien beeinflusst werden können. Es besteht ein großes Präventionspotential für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Im Jahr 2020 wurden in Deutschland 338.000 Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen registriert, was 34% aller Sterbefälle entspricht. Die Krankheitskosten beliefen sich auf rund 46 Milliarden Euro, was etwa 13,7% der Gesamtkosten im Gesundheitssystem ausmacht. Studien zeigen, dass ein Rauchstopp das Risiko für einen Myokardinfarkt um 43% senkt und gesunde Ernährung sowie Bewegung das Risiko um 48% reduzieren können. Eine gute Einstellung von Risikofaktoren ist mit einer niedrigeren Langzeitmortalität assoziiert. Es ist also klar, dass präventive Maßnahmen und ein gesunder Lebensstil entscheidend sind.
Der Weg zu einer besseren Herzgesundheit
Die Zunahme von Adipositas in Europa von 9,6% im Jahr 1980 auf 22,5% im Jahr 2016 und die prognostizierte Zunahme von Diabetes mellitus Typ II um 51% bis 2045 sind alarmierende Entwicklungen. Deutschland hat im internationalen Vergleich unterdurchschnittliche Raucherpräventionsmaßnahmen. Nur 37% der Patienten mit akutem Koronarsyndrom erreichen nach vier Monaten die empfohlenen LDL-Cholesterinwerte. Junge Herzinfarktpatienten erhalten oftmals keine adäquate medikamentöse Therapie. Daher fordern Experten intensivere Präventionskonzepte und mehr Weiterbildung für Ärzte.
Ein Vorschlag zur Einführung von kardiovaskulären Präventions-Assistenten könnte die Patientenversorgung unterstützen. Diese könnten effektiver sein als herkömmliche ärztliche Gespräche. Der Einsatz neuer Technologien, wie Apps und Online-Seminare, zur Unterstützung von Lebensstilmodifikationen wird als vielversprechend erachtet. Es ist notwendig, dass gesundheitspolitische Maßnahmen zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen konsequenter umgesetzt werden. Eine nationale Herz-Kreislauf-Strategie könnte dazu beitragen, die Patientenversorgung und die Forschung in diesem Bereich zu verbessern.
Die Zeit drängt, und der dritte BILD-Herzgipfel wird eine wichtige Plattform bieten, um diese essenziellen Themen anzugehen. Die Gesundheit unserer Herzen liegt in unseren Händen – sowohl individuell als auch gesellschaftlich.