Die deutsche Wirtschaft zeigt im vierten Quartal 2025 eine bemerkenswerte Erholung und verzeichnet das beste Quartal seit drei Jahren. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent gestiegen, was auf steigende private und staatliche Konsumausgaben zurückzuführen ist. Verbraucher genießen durch höhere Löhne mehr finanziellen Spielraum, was sich positiv auf die Konjunktur auswirkt. Auch die Bauinvestitionen sind deutlich angestiegen, während Investitionen in Ausrüstungen, wie Maschinen, Geräte und Fahrzeuge, ebenfalls zugenommen haben. Für 2026 werden staatliche Milliardeninvestitionen erwartet, die durch die Lockerung der Schuldenbremse ermöglicht werden. Diese Entwicklung deutet auf eine Trendwende in der Industrie hin, die nach einer längeren Talfahrt zu beobachten ist. Die Stimmung in den Chefetagen deutscher Unternehmen hat sich verbessert, und die Hersteller zeigen sich optimistischer bezüglich des Exports, trotz der bestehenden Unsicherheiten über die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump. Mehr Informationen dazu finden Sie in einem Artikel auf Deutschland.de.
Das Bundeskabinett hat am 28. Januar 2026 den Jahreswirtschaftsbericht beschlossen, der die Leitlinien und Handlungsfelder der Wirtschafts- und Finanzpolitik sowie die Konjunkturprognose für 2026 enthält. Nach negativen Wachstumsraten in den Jahren 2023 und 2024 hat sich die deutsche Wirtschaft stabilisiert. Der Bericht prognostiziert für 2026 ein Wachstum des realen BIP von 1,0 Prozent, wobei die Binnennachfrage eine entscheidende Rolle für die konjunkturelle Erholung spielen soll. Rund zwei Drittel der Wachstumsimpulse sollen aus wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen der Bundesregierung resultieren. Der private Konsum wird voraussichtlich um 0,8 Prozent und der staatliche Konsum um 2,4 Prozent steigen. Gleichzeitig wird jedoch der Außenhandel als Schwachpunkt identifiziert, da die Importe um 2,1 Prozent steigen, während die Exporte nur um 0,8 Prozent zunehmen. Eine ausführliche Analyse finden Sie im Jahreswirtschaftsbericht 2026.
Staatliche Investitionen und ihre Auswirkungen
Ein entscheidender Faktor für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung sind staatliche Investitionen. Das Sondervermögen Infrastruktur/Klimaneutralität (SV IK) soll das deutsche Potenzialwachstum durch gezielte staatliche Investitionen stärken. Empirische Studien zeigen, dass solche Investitionen positive Auswirkungen auf das Produktionspotenzial haben. Insbesondere Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) sind bekannt dafür, überdurchschnittlich große Effekte zu erzielen. Die Bundesregierung plant, die Investitionen bis 2028 auf 0,5 Prozent des BIP zu steigern, was zu einem geschätzten Produktionspotenzial-Anstieg von 0,2 bis 0,5 Prozent bis 2035 führen könnte.
Allerdings gibt es auch Herausforderungen. Unsicherheiten bei der Durchführung und den Kosten der Projekte sowie ein Mangel an Fachkräften könnten als Flaschenhals fungieren. Zudem könnten höhere Staatsschulden und Zinslasten die finanziellen Spielräume der Regierung einschränken. Dennoch bleibt die Hoffnung, dass die zusätzlichen Investitionen in Infrastruktur und F&E langfristig eine positive Wirkung entfalten werden. Mehr Informationen dazu finden Sie in einem Bericht der Bundesbank.