Selgros-Großmärkte schließen – 150 Arbeitsplätze in Thüringen betroffen!
Die Schließung der Selgros-Großmärkte in Thüringen sorgt für große Verunsicherung unter den Mitarbeitern und Kunden. Wie Thüringen24 berichtet, wird die Filiale im Erfurter Güterverkehrszentrum am 30. September 2025 schließen, während die Erfurter Dependance bereits zum 31. Oktober 2025 ihre Türen schließen wird. Insgesamt sind 76 Mitarbeiter in Erfurt und 90 in Gera von der Schließung betroffen, was in Summe über 150 Beschäftigte betrifft.
Die Nachricht über die Schließungen kam für die Belegschaft völlig überraschend. Mitarbeiter in beiden Filialen äußerten ihren Schock und ihre Traurigkeit über die bevorstehenden Veränderungen. Auch die Kunden reagierten überrascht und frustriert, insbesondere da viele von ihnen, hauptsächlich Selbstständige aus der Gastronomie, auf Berechtigungskarten angewiesen sind, um die Waren der Selgros-Märkte zu beziehen. Die Schließung der Märkte könnte somit auch erhebliche finanzielle Folgen für Gastronomen in Erfurt und der Umgebung haben.
Wirtschaftliche Herausforderungen
Wie Tagesschau darlegt, zieht sich Selgros vollständig aus Thüringen zurück. Dies ist nicht eine Entscheidung, die über Nacht getroffen wurde, sondern steht im Kontext wirtschaftlicher Herausforderungen, die das Unternehmen in den letzten Jahren bewältigen musste. Zu den Hauptgründen zählen das veränderte Einkaufsverhalten der Kunden, hohe Miet- und Betriebskosten sowie die schwierige Lage in der Gastronomie.
Die Gastronomie ist in den letzten Jahren stark von Krisen betroffen, insbesondere durch Inflation und steigende Kosten. In der Branche sind die Umsätze und Erträge preisbereinigt unter dem Niveau von 2019, was zu einem Anstieg der Insolvenzen geführt hat. Laut Creditreform stieg die Zahl der Insolvenzen in der Gastronomie zwischen 2022 und 2023 um 27 Prozent und liegt damit deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt. Besonders betroffen sind Caterer und Verpflegungsdienstleister sowie Restaurants und Gaststätten.
Selgros bemüht sich, sozialverträgliche Lösungen für die betroffenen Mitarbeiter zu finden. Mögliche Maßnahmen sind interne Versetzungen, Abfindungen sowie Unterstützung bei der Jobsuche, wobei ein zügiger Aktionsplan erwartet wird.
Die Zukunft der Gastronomie
Die Situation in der Gastronomie bleibt angespannt, und die Prognosen sind besorgniserregend. Weitere Insolvenzen könnten die Branche im Jahr 2024 über das Niveau vor der Corona-Pandemie hinaus treiben. Die Erhöhung der Umsatzsteuer für Speisen hat zusätzlichen Druck auf die bereits belasteten Gastronomen ausgeübt.
In einer Region wie Thüringen, wo viele kleine gastronomische Betriebe vor großen Herausforderungen stehen, sind die Schließungen der Selgros-Märkte ein weiteres Signal für die angespannte wirtschaftliche Lage in diesem Bereich. Die Schicksale der betroffenen Mitarbeiter und Gastronomiebetriebe werden weiterhin genau beobachtet, während die Branche einen Weg zurück zur Stabilität sucht.
| Details | |
|---|---|
| Quellen | |