In der heutigen digitalen Welt ist das Internet für viele Menschen eine unverzichtbare Informationsquelle, insbesondere wenn es um Gesundheitsthemen geht. Laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbandes, an der rund 2.000 Personen teilnahmen, nutzen beeindruckende 83 Prozent der Befragten das Internet zur Recherche über ihre Gesundheit. Diese Zahlen verdeutlichen nicht nur die Verbreitung, sondern auch die zunehmende Bedeutung von Online-Informationen in der Gesundheitsversorgung.
Doch die Suche nach zuverlässigen Gesundheitsinformationen birgt auch Herausforderungen. Ein Drittel der Befragten gab an, sich durch die Onlinesuche nach Diagnosen und Behandlungen verunsichert zu fühlen. Insbesondere 74 Prozent der verunsicherten Personen haben Schwierigkeiten, vertrauenswürdige Informationen zu finden. Diese Unsicherheiten werden durch die Wahrnehmung verstärkt, dass 73 Prozent der Nutzer vermuten, dass Suchergebnisse kommerziell beeinflusst sind. Dies wirft Fragen zur Qualität und Vertrauenswürdigkeit der verfügbaren Informationen auf, die viele Menschen in ihrer Recherche stark beeinflusst.
Die Problematik der Fehlinformationen
Ein weiterer Aspekt ist die sogenannte Infodemie – die rasante Verbreitung falscher oder irreführender Informationen. Rund 20 Prozent der Befragten haben bereits Falschinformationen erlebt, häufig durch soziale Netzwerke und Messenger-Dienste, die die unkontrollierte Verbreitung fördern. Diese falschen Informationen können schwerwiegende Folgen haben, darunter Gesundheitsrisiken durch Gerüchte und falsche Heilsversprechen. Beispiele aus der Corona-Pandemie, wie die Behauptungen, dass Knoblauch vor Ansteckung schützt oder das Trinken von Desinfektionsmitteln hilfreich sei, zeigen die Gefahren, die mit solchen Fehlinformationen einhergehen.
Um dem entgegenzuwirken, haben Plattformen wie YouTube Maßnahmen ergriffen, um zweifelhafte Inhalte zu kennzeichnen und die Reichweite entsprechender Beiträge einzuschränken. Seit 2023 werden geprüfte Gesundheitskanäle unter dem Label „YouTube Health“ ausgezeichnet. Allerdings bleibt die Unklarheit über die Kriterien und die Qualifikation der Prüfer:innen ein Problem. Zudem stellte Meta im Januar 2025 seine Fact-Checking-Programme ein und ersetzte sie durch „Community Notes“, die ebenfalls von Gruppen beeinflusst werden können.
Regulierung und Informationskompetenz
Die Regulierung von Gesundheitsinformationen im Netz wird durch den Digital Services Act (DSA) der EU, der am 17. Februar 2024 in Kraft trat, angestoßen. Die Bundesnetzagentur überwacht die Einhaltung dieser Vorgaben, hat jedoch keine Befugnis zur Löschung von Inhalten. Die Verantwortung für die Bekämpfung von Falschinformationen liegt auch bei verschiedenen Behörden, wie den Landesbehörden für Arzneimittelüberwachung und den Gesundheitsämtern.
Eine wichtige Erkenntnis aus einer Analyse von 31 Studien zu Fehlinformationen im Gesundheitsbereich ist die Rolle sozialer Medien bei der Verbreitung solcher Inhalte. Diese Plattformen beeinflussen nicht nur das Meinungsbild, sondern können auch zu Angst und Panik führen sowie den Zugang zur Gesundheitsversorgung einschränken. Daher ist die Förderung von vertrauenswürdigen Gesundheitsinformationen entscheidend, um das Wissen der Öffentlichkeit zu verbessern und gesundheitliche Empfehlungen zu unterstützen.
Abschließend lässt sich sagen, dass die Suche nach Gesundheitsinformationen im Internet sowohl Chancen als auch Risiken birgt. Es ist unerlässlich, dass Nutzer:innen ihre Informationskompetenz schärfen und sich bewusst sind, dass nicht alle online verfügbaren Daten verlässlich sind. Nur so können sie informierte Entscheidungen über ihre Gesundheit treffen.