Die ärztliche Landschaft in Deutschland wird zunehmend internationaler. Im Jahr 2024 arbeiteten bereits 121.000 aus dem Ausland zugewanderte Ärztinnen und Ärzte in Deutschland, was satten 24% der gesamten Ärzteschaft entspricht. Der Anteil der ausländischen Ärztinnen und Ärzte in der Human- und Zahnmedizin ist in den letzten zehn Jahren merklich gestiegen. So hatten 2024 bereits 13% (64.000) der Ärztinnen und Ärzte keine deutsche Staatsangehörigkeit, im Vergleich zu nur 7% (30.000) im Jahr 2014. Diese Entwicklung ist nicht nur ein Zeichen für die Attraktivität des deutschen Gesundheitswesens, sondern auch eine Antwort auf den bestehenden Ärztemangel.

Besonders auffällig ist, dass fast die Hälfte (49%) der ausländischen Ärztinnen und Ärzte jünger als 35 Jahre war, während nur 18% der deutschen Ärzte in diese Altersgruppe fielen. Dies könnte auf eine neue Generation von Medizinerinnen und Medizinern hinweisen, die bereit ist, in Deutschland zu arbeiten und sich den Herausforderungen des Gesundheitssektors zu stellen. Ein Teil dieser zugewanderten Ärztinnen und Ärzte hat inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft erworben, was ihre Integration weiter fördert.

Anerkennung und Approbation ausländischer Abschlüsse

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Ausübung des Arztberufs in Deutschland ist die Anerkennung der ausländischen Berufsqualifikation. Viele ausländische Ärztinnen und Ärzte möchten in Deutschland arbeiten, insbesondere aufgrund des Ärztemangels. Im Jahr 2019 beantragten 6.525 ausländische Ärztinnen und Ärzte die Anerkennung ihrer Approbation, wobei die Hauptländer der Antragstellenden Syrien, Rumänien, Österreich und Ungarn waren. Die Anerkennung der Approbation unterscheidet sich dabei je nach Herkunftsland. Ärztinnen und Ärzte aus EU-Staaten profitieren von einem vereinfachten Verfahren, während Antragsteller aus Drittstaaten oft eine individuelle Prüfung ihrer Ausbildung durchlaufen müssen.

Die Anforderungen an Sprachkenntnisse sind ebenfalls hoch: Eine Fachsprachprüfung auf Niveau C1 und allgemeine Deutschkenntnisse auf Niveau B2 sind notwendig. Darüber hinaus müssen die Antragsteller ihre gesundheitliche und persönliche Eignung nachweisen. Die Bearbeitungszeit für die Anerkennung variiert, wobei EU/EWR-Antragsteller innerhalb von maximal drei Monaten mit einer Entscheidung rechnen können, während Drittstaaten bis zu vier Monate auf die Bearbeitung ihrer Unterlagen warten müssen.

Ärztemangel und die Rolle ausländischer Mediziner

Trotz der gestiegenen Anzahl an ausländischen Ärzten bleibt der Ärztemangel in Deutschland ein drängendes Problem. Die Bundesärztekammer warnt vor einem bevorstehenden Mangel von 30.000 bis 50.000 Ärzten bis 2040, insbesondere in ländlichen Regionen, wo oft ein Mangel an Allgemeinmedizinern herrscht. Diese Situation macht die Integration ausländischer Ärzte umso wichtiger. Derzeit sind mehr als jeder siebte Arzt in Deutschland aus dem Ausland gekommen, was einen Höchststand darstellt. Syrien ist dabei das führende Herkunftsland, gefolgt von Rumänien, Österreich und Griechenland.

Um dem Ärztemangel entgegenzuwirken, diskutiert die bayerische Staatsregierung Initiativen zur Beschleunigung des Anerkennungsverfahrens, einschließlich digitaler Antragstellungen und mündlicher Kenntnisprüfungen. Die Experten sind sich einig, dass Deutschland seinen Ärztemangel nicht auf Kosten anderer Staaten bekämpfen sollte, und es sind umfassende Reformen im Gesundheitssystem erforderlich, um die Bedingungen für praktizierende Ärzte zu verbessern und die Anzahl der Medizinstudienplätze zu erhöhen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Zuwanderung ausländischer Ärzte eine entscheidende Rolle in der deutschen Gesundheitsversorgung spielt. Der Bedarf an medizinischer Versorgung wächst, und die Integration dieser Fachkräfte ist unerlässlich, um die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung auch in Zukunft sicherzustellen. Weitere Informationen zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse sind auf dem offiziellen Informationsportal der Bundesregierung verfügbar. Für mehr Details zu dieser Thematik können Sie die umfassende Analyse auf DW, Ärzteblatt und Deutschlandfunk nachlesen.