Die Zukunft des Thespis Zentrums am Deutsch-Sorbischen Volkstheater in Bautzen steht auf der Kippe, wie MDR berichtet. Fehlende Fördermittel sind der Hauptgrund für die Unsicherheit. Intendant Lutz Hillmann hat erklärt, dass alle Förderanträge aufgrund der haushaltspolitischen Lage in Sachsen abgelehnt wurden. Trotz der schwierigen finanziellen Umstände setzt das Thespis Zentrum seine Arbeit fort, wobei die Mitarbeitenden dies ehrenamtlich tun.
Eine Vereinbarung mit dem Vermieter zur Stundung der Miete wurde getroffen, die es dem Zentrum ermöglicht, die Arbeit mit Geflüchteten weiterhin aufrechtzuerhalten. Das Thespis Zentrum fördert den Austausch zwischen Geflüchteten und Einheimischen und wurde 2020 mit dem Integrationspreis des Freistaates Sachsen ausgezeichnet. Georg Genoux, der bisherige Leiter des Zentrums, erhält am 17. Januar einen Lessing-Förderpreis für seine transkulturelle Arbeit.
Aktivitäten und Projekte des Thespis Zentrums
Seit seiner Gründung im Jahr 2018 in der Goschwitzstraße in Bautzen entwickelt das Thespis Zentrum verschiedene Theaterprojekte mit Menschen aus der Stadt. Ein neues Projekt mit dem Titel „Thespis on Tour“ soll die Kulturregion Oberlausitz stärken. Alle Menschen und Vereine aus der Region sind eingeladen, an diesen Aktionen teilzunehmen, um Geschichten zu erzählen, Erfahrungen auszutauschen und Workshops sowie monatliche BISTRO-Veranstaltungen durchzuführen.
Das Thespis Zentrum bleibt für theaterbegeisterte Menschen geöffnet und setzt erfolgreiche Formate wie die Bürger*innen-Bühne sowie Kooperationen mit Schulen fort. Das Projekt „Thespis on Tour“ wird an verschiedenen Veranstaltungsorten in der Oberlausitz angeboten, darunter das Lessing-Museum in Kamenz, das Industrie-Denkmal in Knappenrode und die Gedenkstätte Bautzen II. Informationen zu den Aktivitäten sind auf der Homepage des Zentrums unter www.thespis-zentrum.de sowie über soziale Medien verfügbar.
Das Projekt wird durch den Freistaat Sachsen gefördert und finanziert mit Steuermitteln des Sächsischen Landtages im Rahmen des Landesprogrammes für integrative Maßnahmen. Dennoch bleibt die Unterstützung der Kulturlandschaft in Sachsen angesichts unsicherer Haushaltslagen und geplanter Sparmaßnahmen sowie der finanziellen Schwierigkeiten mehrerer Theater in der Region, darunter Bautzen, eine drängende Herausforderung.