Am 21. Februar 2026 wird in der deutschen Wirtschaft die Debatte um die Zukunft des Mittelstands immer drängender. Ahlhaus, der Vorsitzende des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft, hat Bundeskanzler Merz für seine unzureichenden Ansprache zur Wirtschaftswende auf dem CDU-Parteitag kritisiert. Laut Ahlhaus ist es unerlässlich, dass die Spitzen von Union und SPD Vertrauen schaffen, um den Mittelstand langfristig am Standort Deutschland zu halten. Der Mittelstand ist ein entscheidender Bestandteil der deutschen Wirtschaft, doch der Druck auf die Unternehmen wächst.

Die IG Metall warnt vor der Verlagerung von Arbeitsplätzen und administrativen Tätigkeiten ins Ausland, insbesondere nach Osteuropa, Marokko, China und Indien. Diese Entwicklung könnte nicht nur die Beschäftigungssituation gefährden, sondern auch die wirtschaftliche Stabilität Deutschlands untergraben. Die IG Metall fordert die Bundesregierung auf, schnellstens gegenzusteuern, um diese Trends zu stoppen. Unternehmen wie BASF, Ergo und Mercedes haben bereits Verlagerungen administrativer Tätigkeiten angekündigt, was die Sorgen in der Branche weiter verstärkt.

Wirtschaft und soziale Reformen

Im Kontext dieser Herausforderungen hat der BVMW ein Eckpunktepapier mit dem Titel „Keine Wirtschaftswende ohne Sozialreform“ veröffentlicht. Diese Initiative zielt darauf ab, die Debatte um die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme anzustoßen. In Berlin wird bereits von einem „Herbst der Entscheidungen“ gesprochen, da die Koalition zentrale Weichenstellungen für Bürgergeld, Rente und Gesundheitswesen vorbereitet. Das Papier thematisiert die Notwendigkeit tiefgreifender Strukturreformen im Sozialstaat, um die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands nicht zu gefährden. Demografische Belastungen und steigende Beitragssätze könnten sonst fatale Folgen haben.

Der wissenschaftliche Beirat hebt hervor, dass die Finanzierungsstabilität der Sozialversicherungen entscheidend für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands ist. Der BVMW fordert anstelle kurzfristiger Zuschüsse eine strukturelle Neuordnung. Dazu gehören Vorschläge wie eine breitere Finanzierungsbasis, die gezielte Mobilisierung inländischer Erwerbspotenziale und eine kluge Steuerung von Zuwanderung. Nur so kann der Mittelstand gestärkt und Investitionen sowie Arbeitsplatzsicherung ermöglicht werden.

Aktuelle wirtschaftliche Lage und Prognosen

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland bleibt angespannt. Nach zwei Jahren der Rezession droht ein drittes Jahr ohne nennenswertes Wirtschaftswachstum. Laut der Analyse „Zukunft Mittelstand“ des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) wird der Umsatz im Mittelstand 2025 real um 4 Prozent sinken, während die Gewinne um 13 Prozent zurückgehen. Die durchschnittliche Umsatzrendite liegt bei mageren 4 Prozent. Unternehmen stehen vor massiven Herausforderungen, darunter veraltete öffentliche Infrastruktur, hohe Bürokratie und hohe Lohnnebenkosten.

Politische Reformen sind daher unumgänglich, um die strukturellen Krisen zu lösen und das wirtschaftliche Fundament zu stabilisieren. Die Bundesregierung hat Maßnahmen zur Förderung der wirtschaftlichen Dynamik eingeleitet, darunter ein Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität sowie eine degressive Abschreibung zur Förderung unternehmerischer Investitionen. Die Mobilisierung von privatem Kapital ist entscheidend, um internationale Investoren zu gewinnen und private Anleger in Deutschland für Infrastrukturinvestitionen zu motivieren.

Die Notwendigkeit einer umfassenden Reformagenda ist klar. Dazu zählen die Beschleunigung und Verschlankung von Genehmigungsverfahren, die Bekämpfung des Fachkräftemangels – der von 45 Prozent der Unternehmen als zentrales Geschäftsrisiko wahrgenommen wird – sowie die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Digitalisierung und der Einsatz von KI könnten hier entscheidende Impulse geben. Ein „Weiter so“ ist für die Bürger und Unternehmen in Deutschland keine Option mehr.

Insgesamt stehen wir an einem Wendepunkt, an dem sowohl wirtschaftliche als auch soziale Reformen dringend notwendig sind, um den Mittelstand zu stärken und die Zukunft Deutschlands zu sichern. Für weitere Informationen über die aktuelle Situation in der deutschen Wirtschaft lesen Sie bitte die ausführlichen Berichte des Deutschlandfunk, des BVMW und des DSGV.