Die Wirtschaftslage im Landkreis Meißen zeigt sich stabil, trotz geringer Kreditausfälle von Firmen. Handwerker berichten allerdings von einer schlechten Auftragslage, insbesondere im Baugewerbe. Hohe Energiepreise stellen ein zentrales Problem für die Industrie im Landkreis dar. Kürzlich musste das Unternehmen Feralpi einen Produktionsstillstand verzeichnen. In diesem Zusammenhang wird eine Korrektur in der deutschen Energiepolitik gefordert; die alleinige Abhängigkeit von erneuerbaren Energien wird als unzureichend angesehen.
Die geplante Ansiedlung des Halbleiterherstellers TSMC in Dresden-Nord könnte durchaus Auswirkungen auf den Landkreis Meißen haben. Derzeit läuft eine Untersuchung, um festzustellen, wie sich der Landkreis in die Region um Dresden integrieren kann. Dabei besteht der Wunsch nach mehr Offenheit und Zusammenarbeit zwischen Dresden und Meißen. Zudem ist die Pulverfabrik in Großenhain, die zuvor im Gespräch war, nicht mehr Thema, während das dazugehörige Gewerbegebiet ungenutzt bleibt. Hohe Investitionen werden in die Altlastensanierung und die Erschließung des Gewerbegebiets getätigt, wobei die Verantwortung hierfür beim Freistaat liegt.
Fokus auf Wirtschaftsförderung und Kultur
Die Wirtschaftsförderung des Landkreises konzentriert sich derzeit auf die Bestandspflege bestehender Unternehmen, während weniger Fokus auf Neuan-siedlungen gelegt wird. Gleichzeitig ist sie auch für den Breitbandausbau zuständig. Ein geplanter Aufbau eines Welcome-Centers für Fachkräfte im Landkreis soll die Region attraktiver machen. In Bezug auf den Kulturraum stehen insgesamt 7,5 Millionen Euro zur Verfügung, die zwischen Meißen und der Sächsischen Schweiz aufgeteilt werden. Die Elblandphilharmonie erhält davon 3,1 Millionen Euro vom Freistaat.
Die steigenden Kosten im Kulturbereich aufgrund der Inflation und erhöhter Gehälter zwingten den Landkreis zu einem Einstellungs- und Wiedereinstellungsstopp, während gleichzeitig mehr Personal benötigt wurde. Zudem führte der Anstieg der Wohngeldempfänger zur Verdopplung des Personals in diesem Bereich. Obwohl ein Bürokratieabbau angestrebt wird, zeigt sich, dass zusätzliches Personal erforderlich ist, um den Herausforderungen gerecht zu werden. Kritik wird an Regelungen geübt, die nicht vom Landkreis selbst, sondern von höheren Ebenen stammen. Die Digitalisierung und Modernisierung der Verwaltungsstrukturen werden als dringend notwendig erachtet; die Kfz-Zulassung funktioniert jedoch bereits unbürokratisch und schnell. Ein Vorschlag zur Überprüfung des Föderalismus zur Reduzierung von Bürokratie wurde ebenfalls diskutiert.
Im Kontext der sächsischen Halbleiterindustrie, die auch als „Silicon Saxony“ bekannt ist, wird ein positives Bild für das Jahr 2024 gezeichnet. Frank Bösenberg, Geschäftsführer des Branchenverbands Silicon Saxony, berichtete über einen erfolgreichen Spatenstich für die neue TSMC-Chipfabrik in Dresden sowie die endgültige Bewilligung von Fördermitteln. Weitere Unternehmen wie Bosch, X-Fab und Jenoptik investieren weiterhin in den Standort. Trotz kurzfristiger Verunsicherung durch die Verschiebung des Fabrikbaus von Intel in Magdeburg bleibt der Verband optimistisch bezüglich der Fortführung sächsischer Projekte.
Der Optimismus aus dem Jahr 2023 hat sich offenbar bestätigt. Die Mitarbeiterzahl in der mikroelektronischen und IKT-Branche stieg im vergangenen Jahr um 6,4 Prozent auf 81.000. Mittelfristig wird weiteres Wachstum in der Branche erwartet, und es wird geschätzt, dass im Silicon Saxony bis 2030 mehr als 100.000 Beschäftigte tätig sein könnten. Die Ansiedlung von ESMC, einem Joint Venture von TSMC, Bosch, Infineon und NXP, soll zudem zusätzliche Zulieferer nach Sachsen bringen, was die positive Entwicklung und das Wachstum der Branche weiter vorantreibt, wie die Berichte von DIE SAACHEN und Vorreiter Zeitung belegen.