Heute ist der 11.02.2026. Die wirtschaftliche Lage der Betriebe in Deutschland bleibt weiterhin angespannt. Die anhaltende Wirtschaftsschwäche zeigt sich in den Geschäftserwartungen, die für 2025 kaum verbessert wurden. Insbesondere das verarbeitende Gewerbe hat sich weiter verschlechtert, was durch die Ergebnisse des IAB-Betriebspanels unterstrichen wird. Zwar zeigen die Betriebe etwas mehr Zuversicht für die Beschäftigungsentwicklung im Jahr 2026, doch die Herausforderungen, insbesondere für exportierende Unternehmen, bleiben erheblich. Die wirtschaftliche Lage der Betriebe, die in die USA exportieren, ist besonders schwierig, mit einem Rückgang der Exporte in die USA um 8 % in den ersten drei Quartalen 2025.

Die Bruttoinlandsprodukte (BIP) in Deutschland sanken im Jahr 2024 um 0,5 %, stiegen dann jedoch 2025 um 0,2 %. Für 2026 wird ein Wachstum von 1,1 % prognostiziert. Dies steht im Einklang mit den insgesamt positiven Konsum- und Investitionsausgaben, die im zweiten Quartal 2025 gestiegen sind. Auch wenn 76 % der Betriebe im Jahr 2024 ein positives Geschäftsergebnis erzielten, ist dies 2 % weniger als im Jahr 2023 und 7 % weniger als 2019. Die Unsicherheit über künftige Entwicklungen hat zugenommen, und der Anteil der Betriebe mit positiven Erwartungen für 2025 ist im Vergleich zu 2019 deutlich gesunken (IAB Forum).

Weltwirtschaft und Inflationsraten

Die jüngste Deutschland-Prognose, die auf Annahmen über die Weltwirtschaft, Wechselkurse, Rohstoffpreise und Zinssätze basiert und von Eurosystem-Experten festgelegt wurde, legt eine moderate Wachstumsprognose für die kommenden Jahre nahe. Globale Wirtschaftsaktivitäten stiegen im Winterhalbjahr 2023/24 stärker als in der Prognose vom Dezember 2023 erwartet. Dies ist vor allem der Binnenkonjunktur in den USA, wirtschaftspolitischen Stimuli und dem Exportgeschäft in China zuzuschreiben. Die erwarteten Wachstumsraten für die Weltwirtschaft liegen bei 3,3 % im Durchschnitt für 2024 und 2025 sowie 3,2 % für 2026. Trotz eines Rückgangs der Inflationsraten in vielen Ländern bleibt die Teuerung bei Dienstleistungen hartnäckig (Bundesbank).

Im Euroraum wird ein Wachstum von 1,1 % für 2024, 1,6 % für 2025 und 1,7 % für 2026 prognostiziert. Der internationale Handel zeigt nach einer Schwächephase zuletzt Stabilität, jedoch entwickelten sich die Importe der Handelspartner Deutschlands zunächst schwächer als der Welthandel. Die Rohölpreise sind leicht gestiegen, während Gaspreise zeitweise stark sanken. Dies sind alles Faktoren, die die deutsche Wirtschaft beeinflussen und deren Entwicklung weiter begleiten werden.

Investitionen und Reformen

Der Jahreswirtschaftsbericht 2026, der am 28. Januar 2026 vom Bundeskabinett beschlossen wurde, trägt den Titel „Investitionen und Reformen für Wachstum und Resilienz“. Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche, prognostiziert ein Wirtschaftswachstum von 1,0 % für 2026 und 1,3 % für 2027. Um die Binnenwirtschaft zu stärken, soll die Dynamik durch steigende Konsumausgaben und Investitionen zunehmen. Anhaltende Reallohnzuwächse und staatliche Entlastungsmaßnahmen erhöhen die verfügbaren Einkommen der Haushalte. Zudem wird eine Verbesserung der Arbeitsmarktperspektiven erwartet (Bundeswirtschaftsministerium).

Investitionen sollen 2026 wieder zunehmen, nachdem sie in den letzten Jahren gesunken sind. Die Bundesregierung plant zusätzliche öffentliche Investitionen und strukturelle Reformen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Förderung von Ausrüstungsinvestitionen, insbesondere in Verteidigung und Infrastruktur. Dennoch bleibt der Außenhandel ein struktureller Schwachpunkt, da geopolitische Spannungen und Protektionismus die Exportperspektiven belasten.

Insgesamt zeigen die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen, dass die deutsche Wirtschaft vor Herausforderungen steht, aber gleichzeitig auch Möglichkeiten zur Erholung bietet, wenn die richtigen Maßnahmen ergriffen werden. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um die Weichen für ein nachhaltiges Wachstum zu stellen.