Wandern in der Sächsischen Schweiz ist im Winter eine beliebte Aktivität, bringt jedoch auch erhebliche Gefahren mit sich. Christoph Weber, der Koordinator der Bergwacht in Sebnitz, hebt die speziellen Risiken hervor, die das winterliche Wandern mit sich bringt. Insbesondere Glätte auf gefrorenem Sandstein und Holzstufen sei ein Hauptproblem, ergänzt durch die kurzen Tage, die am Nachmittag zu einer schnellen Dunkelheit führen.
Die Bergwacht verzeichnet vermehrt Einsätze aufgrund von Wanderunfällen, die oftmals durch Ausrutschen und Verletzungen verursacht werden. Auch Suchaktionen nach verlaufenen Personen stehen häufig auf der Agenda. Wanderer verlassen sich oft auf unzuverlässige Karten, wie Google Maps, und sind nicht immer ausreichend mit Lampen ausgestattet. Zudem leiden viele unter Unterkühlung oder haben unzureichend Proviant dabei. In den letzten Jahren ist die Anzahl der Unfälle gestiegen, was auf einen Anstieg des Tourismus und Fehleinschätzungen seitens der Wanderer zurückzuführen ist.
Tipps der Bergwacht für sicheres Winterwandern
Um Unfällen vorzubeugen, gibt die Bergwacht einige Empfehlungen: Wanderer sollten auf markierten Wegen bleiben und die Länge sowie Schwierigkeit ihrer Touren kennen. Warme Bekleidung, Hand- und Kopfbedeckungen sowie rutschfeste Wanderschuhe sind unerlässlich. Eine Thermoskanne mit Tee wird ebenfalls geraten. Vor dem Ausflug sollten Wanderer ausreichend trinken, Vitamin C konsumieren und auf eine gesunde Ernährung achten. Christoph Weber rät Anfängern, steile Anstiege zu vermeiden und im Winter mit Wanderungen vorsichtig zu sein. Im Notfall könne die Nummer 112 zur Alarmierung der Bergwacht angerufen werden. Die Sommersaison der Bergwacht starte ab Ostern, bis dahin ist sie in Pirna, Sebnitz und Bad Schandau aktiv.
Zusätzlich wurde von dem Tourismusverband Sächsische Schweiz eine neue Winterwanderkarte veröffentlicht, um die Winterwanderungen in der Nationalparkregion zu fördern. Diese Karte umfasst 35 Touren, die je nach Schwierigkeitsgrad farblich codiert sind: rot für leicht, blau für mittelschwer und schwarz für schwer. Jede Tour bietet Angaben zur Gesamtstrecke und voraussichtlichen Wanderzeit und führt zu mindestens einem ganzjährig geöffneten Einkehrpunkt. Die Karte ist erhältlich im Shop des Tourismusverbands und ist zudem in lokalen Touristinformationen zugänglich. Weitere Informationen und Tipps zum Winterwandern können auf der Website des Tourismusverbands der Sächsischen Schweiz gefunden werden.