Der Harz, eines der beliebtesten Reiseziele Deutschlands, zieht in der Stadt Wernigerode jedes Jahr Millionen von Besuchern an. Im vergangenen Jahr belief sich die Besucherzahl auf beeindruckende drei Millionen. Andreas Meling, der Tourismus-Chef von Wernigerode, weist jedoch auf erhebliche Herausforderungen hin, insbesondere den Fachkräftemangel und die Konkurrenz zu Reisen ans Meer. Gleichzeitig spricht er von einem „großen Wurf“ im Harz, möchte hierbei jedoch keine weiteren Details verraten. Dies wirft Fragen auf, insbesondere im Hinblick auf die Spekulationen über die Ansiedlung von „Karls Erlebnisdorf“ in der Region.
„Karls“, ein Familienunternehmen, wurde 1921 in der Nähe von Rostock gegründet und ist bekannt für seinen Erdbeeranbau. Seit 1993 betreibt das Unternehmen Erdbeerhöfe, die mittlerweile zu sechs Erlebnisparks ausgewachsen sind, darunter einer in Loburg. Ab 2001 firmieren diese Einrichtungen unter dem Namen „Karls Erlebnis-Dörfer“. Das Unternehmen hat nun Pläne für eine Expansion in den Harz, jedoch gibt es noch keine konkreten Ankündigungen für ein neues Erlebnisdorf.
Herausforderungen und Chancen im Tourismus
Die größte Herausforderung, die Meling für die Region sieht, ist die Rekrutierung von Fachkräften für ganzjährige Hotel- und Restaurantbetriebe. Die allgemeine wirtschaftliche Lage spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Viele Menschen neigen zunächst zu einem Urlaub am Meer, was bedeutet, dass sie sich auch weitere Urlaube leisten können müssen, um Wernigerode zu besuchen. Eine interessante Facette der Diskussion über die Ansiedlung von „Karls“ ist, dass die Stadt sich nicht aktiv bei dem Unternehmen beworben hat, jedoch Meling der Meinung ist, dass Wernigerode als Standort äußerst attraktiv ist.
„Karls Erlebnisdorf“ benötigt eine Fläche von fünf bis sieben Hektar und kalkuliert mit etwa einer halben Million Besuchern pro Jahr, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Die Reaktionen auf die Spekulationen sind gemischt: Während einige Bürger die möglichen Erleichterungen für Familien und Tourismus befürworten, kritisieren andere die drohende Kommerzialisierung des Harzes. Nach den aktuellen Angaben ist unklar, ob und wann „Karls Erlebnisdorf“ im Harz tatsächlich errichtet wird. Sollte es zu einer Bestätigung der Pläne kommen, ist mit einer langen Vorlaufzeit bis zur Eröffnung zu rechnen.
Im Kontext dieser Entwicklungen ist auch ein neuer „Karls Erlebnisdorf“ in Loxstedt geplant, dessen Eröffnung für 2027 avisiert wird. Für 2024 wird bereits ein Besucherrekord von über 7,5 Millionen Gästen in den bestehenden „Karls Erlebnis-Dörfer“ erwartet. Dies verdeutlicht den Expansionsdrang des Unternehmens und den wachsenden Trend, Freizeitangebote in ländlichen Regionen zu etablieren.