Heute ist der 4.03.2026 und der Welt-HPV-Tag wird genutzt, um auf die Gefahren der Humanen Papillomviren (HPV) hinzuweisen. Diese Viren sind weit verbreitet und infizieren etwa 85-90% der sexuell aktiven Menschen im Laufe ihres Lebens. Jährlich erkranken in Deutschland Tausende an Krebsarten, die durch HPV ausgelöst werden. In Schottland ist eine aggressive Krebsform nahezu verschwunden, während in Deutschland viele Jugendliche ungeschützt bleiben. Laut dem Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BIÖG) stecken sich in Deutschland 80% der Menschen mindestens einmal im Leben mit HPV an. Es gibt rund 200 verschiedene HPV-Typen, wobei viele Infektionen unbemerkt verlaufen und von selbst heilen.

Einige HPV-Typen sind jedoch besonders gefährlich, da sie Krebs verursachen können. Dazu zählen das Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs) sowie andere Krebsarten im Mund- und Rachenraum, im Analbereich sowie an Penis, Vulva oder Vagina. Das Robert Koch-Institut (RKI) zählt jährlich etwa 10.000 neue Krebsfälle, die auf HPV zurückgehen. In Deutschland erkranken jährlich etwa 4.500 Frauen neu an Gebärmutterhalskrebs, von denen etwa jede dritte Betroffene daran stirbt. Insgesamt gibt es circa 6.250 Neuerkrankungen durch HPV-assoziierte Karzinome bei Frauen und 1.600 bei Männern.

Impfung als präventive Maßnahme

Um diesem besorgniserregenden Trend entgegenzuwirken, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die HPV-Impfung für alle Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren. Für diese Altersgruppe sind zwei Impfdosen im Abstand von mindestens fünf Monaten ausreichend, während ab 15 Jahren drei Impfungen notwendig sind. Der größte Schutz wird durch die Impfung vor dem ersten sexuellen Kontakt erreicht. Doch die Impfquoten in Deutschland sind besorgniserregend niedrig: 2024 hatten nur 55% der 15-jährigen Mädchen und 36% der Jungen einen vollständigen Impfschutz.

Im Vergleich zu Deutschland sind die Impfquoten in Ländern wie Island und Norwegen mit 96% und 93% deutlich höher. Gesundheitsministerin Diana Stolz aus Hessen betont die Wichtigkeit der Aufklärung über HPV. Auch der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte (BVF) fordert einen politischen Fahrplan zur Eliminierung von HPV-bedingten Krebsarten. Sie setzen sich für eine nationale HPV-Strategie mit verbindlichen Zielquoten und einem Impfregister ein.

Aufklärung und Prävention

In Brandenburg wurde ein Schülerwettbewerb „Die Impfchecker“ ins Leben gerufen, um die Aufklärung über Impfungen zu fördern. Fünf Krankenkassen stellen ein Preisgeld von 5.000 Euro für die besten Beiträge zur Verfügung. Diese Initiativen zeigen, dass es wichtig ist, Eltern und Kinder frühzeitig über die Bedeutung der HPV-Impfung aufzuklären. Johannes Nießen, kommissarischer Leiter des BIÖG, hebt hervor, dass der Schutz vor bestimmten Krebsarten durch die Impfung entscheidend ist.

Die Dringlichkeit, diesem Problem zu begegnen, ist evident. In Bayern beispielsweise gibt es jährlich etwa 700 Neuerkrankungen und 200 Sterbefälle durch Gebärmutterhalskrebs. Es ist an der Zeit, die Impfquote in Deutschland zu steigern, um zukünftige Generationen vor den Gefahren von HPV zu schützen. Die Unterstützung von Gesundheitsministerien, Frauenärzten und Kassenärztlichen Vereinigungen ist dabei unerlässlich, um die Bevölkerung umfassend zu informieren und zu mobilisieren.

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