Der Verein „Augen auf“ aus Zittau wurde am 27. Januar 2025 im Rahmen der diesjährigen Obermayer Awards für seine vorbildliche Arbeit im Bereich der Erinnerungskultur und der Bekämpfung von Rechtsextremismus ausgezeichnet. Vereinsvorstand Sven Kaseler äußerte sich zu dieser Ehrung mit großer Dankbarkeit und betonte, dass der Preis die Anerkennung der bisherigen Arbeit des Vereins darstellt. „Augen auf“ engagiert sich seit 2004 für Demokratiebildung und Integrationsarbeit in Zittau und Umgebung und setzt sich aktiv gegen den Rechtsextremismus ein.

Ein zentrales Anliegen des Vereins ist es, insbesondere Kindern und Jugendlichen das Schicksal der jüdischen Gemeinde während des Holocausts näherzubringen und so ein Bewusstsein für die Geschichte zu schaffen. Die Obermayer Awards, die in diesem Jahr zum 25. Mal verliehen wurden, zeichnen Personen und Organisationen aus, die zur Wahrung des Gedenkens an die jüdische Vergangenheit beitragen. Die Auszeichnungen fanden im Roten Rathaus in Berlin statt, und außer dem Verein „Augen auf“ wurden in diesem Jahr auch Lehrer, Zeitzeugen und eine Fan-Initiative aus Gelsenkirchen geehrt.

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Fünf weitere Preisträger

Zu den weiteren Preisträgern zählen Lehrer Steffen Hänschen, Zeitzeugin Petra Michalski, Lehrer und Archivpädagoge Harald Höflein sowie Lehrerin Anja Listmann. Alle Preisträger und Initiativen stammen aus verschiedenen deutschen Bundesländern, darunter Berlin, Hessen, Sachsen und Nordrhein-Westfalen. Jeder der ausgezeichneten Preisträger erhielt eine Prämie in Höhe von 1.000 Euro, die von der US-amerikanischen Obermayer-Stiftung zur Verfügung gestellt wird.

Die Obermayer Awards wurden 2000 von der Familie des US-Unternehmers Arthur S. Obermayer gegründet, um die wichtige Arbeit zur Bewahrung jüdischer Geschichte und Kultur zu würdigen. In diesem Jahr nahm die Auszeichnung eine besonders bedeutende Rolle ein, da die Preisverleihung mit der Erinnerung an den Holocaust zusammenfiel, die im Januar jedes Jahres angesichts des internationalen Holocaust-Gedenktags besonders im Fokus steht.

Gesellschaftlicher Kontext

Die Auszeichnung des Vereins „Augen auf“ geschieht in einem Kontext, in dem der Antisemitismus in Deutschland alarmierend zunimmt. Der Bericht der Bundesregierung zum Stand der Bekämpfung des Antisemitismus dokumentiert einen Anstieg antisemitischer Straftaten im Jahr 2023, was die Bedrohungslage für jüdisches Leben in Deutschland zusätzlich verschärft hat. Der Schutz jüdischen Lebens und die Bekämpfung von Antisemitismus sind daher vorrangige Ziele der Bundesregierung.

Die jüngsten Vorfälle, darunter der Terrorangriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023, verdeutlichen die Notwendigkeit intensiverer Maßnahmen. Der Bericht empfiehlt eine verstärkte Wissensvermittlung über Antisemitismus und die Intensivierung von Aufklärungsarbeit in Schulen und bei Ausbildungsträgern. Ein aktiver Austausch auf nationaler und internationaler Ebene wird als entscheidend erachtet, um die Präventionsarbeit effektiv zu gestalten und den Dialog über Antisemitismus zu fördern.

In Anbetracht des Engagements von „Augen auf“ zeigt die Auszeichnung, wie wichtig solches Wirken für die Gesellschaft ist und dass lokale Initiativen einen bedeutenden Beitrag zur Bekämpfung von Vorurteilen leisten können. Während Deutschland sich den Herausforderungen des Antisemitismus stellt, ist die nachhaltige Erinnerung und Bildung über jüdische Geschichte wichtiger denn je.