Vom 10. bis 14. März 2025 findet die „Nachfolgewoche Sachsen-Anhalt“ statt, organisiert vom Netzwerk Unternehmensnachfolge Sachsen-Anhalt (N:UN). Die Veranstaltung umfasst sieben verschiedene Veranstaltungen, die Unternehmer und Nachfolgeinteressierte ansprechen sollen. Ein zentrales Anliegen der „Nachfolgewoche“ ist die intensive Auseinandersetzung mit Themen rund um die Unternehmensübergabe und -übernahme, Vertragsrecht sowie Kaufpreisermittlung. Magdeburger News berichtet über die Dringlichkeit dieser Thematik in Anbetracht der demografischen Entwicklung in Sachsen-Anhalt.
In den kommenden Jahren wird erwartet, dass jährlich bis zu 1.800 Einzelunternehmer in Sachsen-Anhalt das Rentenalter erreichen. Dieser Trend wirft die Frage nach den Nachfolgern auf. Bis zum Jahr 2033 könnten mindestens 12.000 Nachfolger gesucht werden, was die Notwendigkeit eines effektiven Rahmens für Unternehmensübertragungen unterstreicht. Die Handwerkskammer Magdeburg betont, dass nach wie vor ein Mangel an ausreichenden Nachfolgern besteht, weshalb bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen und weniger Bürokratie gefordert werden.
Unterstützung für Unternehmer
Die Veranstaltung adressiert Herausforderungen, mit denen Unternehmer bei der Nachfolgeregelung konfrontiert sind. Insbesondere viele Unternehmer haben Schwierigkeiten, geeignete Nachfolger zu finden. Vorjahresaktivitäten des N:UN zeigen, dass im Jahr 2024 insgesamt 16 Veranstaltungen mit 533 Teilnehmern und 565 Beratungen durchgeführt wurden, was den Bedarf an solchen Angeboten verdeutlicht. Die Gründung des N:UN im Jahr 2007 war ein entscheidender Schritt zur Unterstützung dieser Prozesse. Partner wie die Handwerkskammern in Halle (Saale) und Magdeburg sowie die Industrie- und Handelskammern Halle-Dessau und Magdeburg spielen eine wichtige Rolle.
Ein Highlight der „Nachfolgewoche“ wird ein Expertensprechtag zur Finanzierung sein, bei dem Fachleute wie Dorit Zieler und Bianca Hillebrecht von der Handwerkskammer sowie Vertreter der Bürgschaftsbank und der Investitionsbank Sachsen-Anhalt anwesend sind. Diese Experten bieten kostenfreie Unterstützung an und gehen auf häufige Fragen zu Themen wie Rechtsformen, Businesspläne und Finanzierungsmöglichkeiten ein. Kontextangebote erläutern weiter die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten, die für Nachfolgeinteressierte zur Verfügung stehen.
Finanzierungswege für Nachfolger
- Barofferte (Barzahlung)
- Bankkredit
- Fördermittel
- Leveraged-Buy-out
- Mezzanine-Kapital
- Earn-Out
- Verkäuferdarlehen (Vendor Loan)
Die Finanzierung der Unternehmensnachfolge kann über verschiedene Wege erfolgen. Dazu zählen Barzahlungen, Bankkredite, staatliche Fördermittel bis zu 15.000.000 Euro oder spezielle Modelle wie der Leveraged-Buy-out und das Mezzanine-Kapital. Hierbei spielt die Eigenkapitalausstattung des Nachfolgers eine wesentliche Rolle. Banken fordern in der Regel Sicherheiten bei der Kreditvergabe, doch die Bürgschaftsbank unterstützt kleinere und mittlere Unternehmen bei der Umsetzung ihrer Vorhaben, indem sie Ausfallbürgschaften für tragfähige Konzepte übernimmt.
Die rechtzeitige Planung der Unternehmensnachfolge und die Prüfung aller finanziellen Rahmenbedingungen sind von entscheidender Bedeutung. Potenzielle Nachfolger sollten sich frühzeitig mit lokalen Institutionen in Verbindung setzen, um die besten Beratungsangebote zu nutzen und ihre Qualifikationen zu stärken. Nur so kann der Fortbestand von Unternehmen und Arbeitsplätzen langfristig gesichert werden.