In Eisenach, der Wiege der Wartburg-Autos, haben sich die Wartburgschrauber unter der Leitung von Enrico Martin zum Ziel gesetzt, „Karlchen“, einen 311er Wartburg aus dem Jahr 1962, in nur acht Wochen wieder fahrtüchtig zu machen. Dieser charmante Klassiker ist – trotz seines in die Jahre gekommenen Zustands und eines stotternden Motors – ein beliebtes Exemplar unter den Liebhabern. Der Wartburg soll beim Oldtimer-Treffen „Startklar“ in Eisenach präsentiert werden, und die Gruppe von etwa 15 Enthusiasten zeigt sich optimistisch, das Projekt erfolgreich abzuschließen.
Weltweit gibt es eine engagierte Fangemeinde für den Wartburg, wie etwa in Norwegen. Dort führt Jon Thonnesen eine Schrauber-Crew in der Nähe von Oslo, die sich regelmäßig trifft, um ihre Fahrzeuge gemeinsam zu warten. Thonnesen, der seinen ersten Wartburg im Alter von 15 Jahren erwarb, verbindet viele persönliche Erlebnisse mit diesen Autos. Die Historikerin Jessica Lindner-Elsner, die im Wartburgmuseum in Eisenach tätig ist, beleuchtet währenddessen die Rolle der Frauen im Fahrzeugbau. Petra Peterhänsel, eine ehemalige Auszubildende im Automobilwerk Eisenach, hat sich zur Chefin des BMW-Werkes in Leipzig hochgearbeitet. Lindner-Elsner sieht eine enge Verbindung zwischen der Geschichte von Wartburg und BMW in Eisenach.
Historische Bedeutung des Automobilwerks
Das Automobilwerk Eisenach (AWE) stellt einen zentralen Bestandteil der Automobilgeschichte in der Region dar. Hier haben legendäre Marken wie Dixi und Wartburg ihren Ursprung, während Wartburg als Exportschlager der ehemaligen DDR gilt. Das Museum „Automobile Welt Eisenach“ erzählt die komplexe Geschichte der Automobilindustrie von ihren Anfängen bis in die Gegenwart. Eisenach, als Geburtsort des Wartburgs, war ebenfalls die Heimat von Dixi und BMW, heute ist OPEL dort ansässig.
Das Museum beherbergt eine beeindruckende Sammlung von Oldtimern, darunter sowohl seltene Fahrzeuge als auch historische Exponate. Hier finden Besucher faszinierende Einblicke in die Entwicklung der Automobilproduktion, von Einzelstücken bis zu den Verkaufsschlagern der letzten 50 Jahre. Besonders eindrucksvoll ist die 10,50 Meter hohe und 75 Tonnen schwere Doppelkurbel-Kniehebel-Tiefziehpresse, die von 1928 bis 1991 in der Produktion tätig war und nun vor dem Museum ausgestellt ist.
Museumsbesuch und Angebote
Das Automobilmuseum bietet verschiedene Eintrittspreise:
- Erwachsene: 9,00 €
- Ermäßigte: 4,50 €
- Kinder bis 6 Jahre: frei
- Begleitpersonen: 3,50 €
- Familien (2 Erwachsene & 3 Kinder bis 16 Jahre): 20,00 €
- Gruppen ab 10 Personen: 7,00 € pro Person
- Schülergruppen: 3,50 € pro Person
Führungen dauern etwa 60 Minuten und kosten für Erwachsenengruppen 60,00 €, während Schülergruppen für 40,00 € teilnehmen können. Das Museum ist von April bis Oktober täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr und von November bis März von 11:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Besucher können die Ausstellung barrierefrei erkunden und erhalten Unterstützung durch das Museumpersonal.
Die Anreise ist sowohl mit dem Auto als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich. Autofahrer gelangen über die A4, B19 und B84 nach Eisenach, während die nächste Haltestelle für Zug- und Busreisende am Eisenacher Bahnhof zu finden ist.
Mit der Gründung der Stiftung Automobile Welt Eisenach im Jahr 2014 wurde die langfristige Bewahrung der automobilen Tradition und Ingenieurkunst in dieser Region sichergestellt. Seit der Eröffnung des Museums im Jahr 2005 können die Besucher die bedeutende Geschichte von Fahrzeugmarken wie Dixi, BMW, EMW, IFA, Wartburg und OPEL hautnah erleben und wertvolle Einblicke in die Ingenieurskunst genießen.
Für Enthusiasten und Besucher ist Eisenach nicht nur ein Ort der Geschichte, sondern auch eine Plattform, um die Leidenschaft für den klassischen Wartburg und seine faszinierende Geschichte zu feiern.