Neonazi-Netzwerk Combat 18: Treffen in Thüringen entdeckt!
Die Staatsanwaltschaft Gera ermittelt gegen Mitglieder der verbotenen Neonazi-Gruppe "Combat 18" wegen weiterer Aktivitäten.

Neonazi-Netzwerk Combat 18: Treffen in Thüringen entdeckt!
In Thüringen haben sich in den letzten Monaten besorgniserregende Aktivitäten des neonazistischen Netzwerks „Combat 18“ herauskristallisiert. Laut einem Bericht des MDR fanden von insgesamt 14 konspirativen Treffen der Gruppe zehn in Thüringen statt, davon neun in der Stadt Eisenach. Die Treffen dienten nicht nur dem Austausch, sondern auch der Ausbildung von sogenannten „Supportern“, die die Aktivität der Gruppe unterstützen sollen.
Während zwei Rechtsrockkonzerte, die der Finanzierung der Gruppierung dienen sollten, in Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern stattfanden, wurde ein Großteil der Aktivitäten in Eisenach intensiv dokumentiert. Insbesondere das „Flieder Volkshaus“ in Eisenach, das als Landesgeschäftsstelle der Partei „Die Heimat“ (ehemals NPD) dient, war ein zentraler Ort für diese Treffen.
Verbindungen zu Gewalttätern und rechtsextremen Gruppen
Ein Artikel von insuedthueringen.de hebt hervor, dass die Staatsanwaltschaft Gera derzeit gegen vier mutmaßliche Mitglieder von „Combat 18“ ermittelt. Ihnen wird vorgeworfen, trotz des im Jahr 2020 verhängten Verbots weiterhin als Mitglieder gewirkt und den organisatorischen Zusammenhalt der Gruppe unterstützt zu haben. Das Verfahren wurde von der Bundesanwaltschaft an die Staatsanwaltschaft Gera abgegeben, da es sich nicht um Rädelsführer oder Hintermänner handelt.
Ein besonders auffälliges Mitglied ist Robin S. aus Dortmund, der bereits 2007 wegen eines bewaffneten Raubüberfalls verurteilt wurde. S. wurde zudem als „Brieffreund“ der NSU-Rechtsterroristin Beate Zschäpe bekannt. Fotos in sozialen Medien zeigen ihn und andere mutmaßliche Mitglieder bei Trainingsmärschen in den Wäldern rund um Eisenach.
Gewalt und kriminelle Verbindungen
„Combat 18“ wird als militantes internationales Neonazi-Netzwerk betrachtet, das als bewaffneter Arm des verbotenen Netzwerks „Blood & Honour“ gilt. Mitglieder von „Combat 18“ sind international an schweren Gewalttaten beteiligt. Außerdem pflegt das Netzwerk enge Kontakte zur rechtsextremen Kampfsportgruppe „Knockout 51“, die ebenfalls in Eisenach aktiv ist.
Fotos, die mutmaßliche Kader von „Combat 18“ und „Knockout 51“ zeigen, dokumentieren, wie sie gemeinsam vor einer Hakenkreuzflagge posieren, während einer der Männer den Hitlergruß zeigt. Im Rahmen von Ermittlungen gegen „Knockout 51“ wurden bereits vier Mitglieder wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Landfriedensbruchs und mehrfacher gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Weitere Verfahren gegen mutmaßliche Mitglieder und Unterstützer sind noch nicht abgeschlossen.
Diese Entwicklungen veranschaulichen die besorgniserregenden Strukturen und Aktivitäten des neonazistischen Milieus in Thüringen, das trotz Verbots weiterhin operiert. Während die Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft Gera vorangetrieben werden, bleibt abzuwarten, welche weiteren Details über das Netzwerk ans Licht kommen.