Heute ist der 17.02.2026. Die deutsche Industrie steht vor einer kritischen Herausforderung, die sich in der Beschäftigtenzahl deutlich niederschlägt. Im Jahr 2025 haben Industrieunternehmen in Deutschland insgesamt 124.100 Stellen abgebaut, was einem Rückgang von 2,3 Prozent der Beschäftigtenzahl in diesem Sektor entspricht. Diese alarmierenden Zahlen stammen von der Beratungsgesellschaft EY und sind Teil einer umfassenden Analyse zur wirtschaftlichen Lage der Industrie in Deutschland. Bereits im Jahr 2024 wurden 56.000 Stellen abgebaut, sodass seit Beginn der Coronapandemie insgesamt etwa 266.500 Stellen verloren gingen, was etwa fünf Prozent der Stellen entspricht. Besonders betroffen ist die Autoindustrie, die im Jahr 2025 allein 50.000 Jobs verloren hat – das entspricht 6,5 Prozent aller Beschäftigten in diesem Bereich.

Die Automobilindustrie hat seit 2019 insgesamt 111.000 Stellen abgebaut, was einem Rückgang von 13 Prozent entspricht. Auch andere Sektoren wie die Textil- und Metallindustrie spüren die Auswirkungen des Stellenabbaus. Während in der Chemie- und Pharmaindustrie sowie in der Elektroindustrie die Anzahl der Stellen seit 2019 um zwei bis drei Prozent gestiegen ist, zeigen die meisten anderen Branchen eine gegenteilige Entwicklung. Der Rückgang der Beschäftigten ist eng verknüpft mit dem sinkenden Umsatz der Industriezweige: Im Jahr 2025 sank dieser um 1,1 Prozent, nach einem Rückgang von 3,5 Prozent im Vorjahr. Diese wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind das Ergebnis eines gesamtwirtschaftlichen Trends, der durch den Rückgang der Exporte in wichtige Märkte wie China und die USA sowie durch die langsame Umstellung auf Elektromobilität verursacht wird.

Strukturelle Auswirkungen auf die Regionen

Die Folgen des Stellenabbaus sind nicht nur in den betroffenen Industriezweigen spürbar, sondern haben auch strukturelle Auswirkungen auf die Regionen, die stark von der Automobilindustrie abhängig sind. Jobverluste und sinkende Steuereinnahmen sind die direkte Folge dieser Entwicklung. Im Inland sind die Verkaufszahlen ebenfalls gefallen, was auf unzureichende Investitionen hinweist. Die Anzahl der Insolvenzen in Deutschland stieg im Jahr 2025 zwischen Januar und November um elf Prozent und erreichte mit über 1.400 Fällen den höchsten Stand seit 2013.

Um die Situation der deutschen Industrie besser zu verstehen, werfen wir einen Blick auf die aktuellen Zahlen aus dem Verarbeitenden Gewerbe. Laut einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes gab es im gleichen Zeitraum einen Rückgang der Beschäftigten um 120.300, was 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Auch hier ist die Automobilindustrie stark betroffen, mit einem Rückgang von 48.700 Beschäftigten oder 6,3 Prozent. Zum Ende des dritten Quartals 2025 lag die Beschäftigtenzahl in der Automobilindustrie bei 721.400 – der Tiefstand seit Ende des zweiten Quartals 2011. Trotz dieser Herausforderungen bleibt die Automobilindustrie die zweitgrößte Industriebranche nach dem Maschinenbau, der 934.200 Beschäftigte zählt.

Branchenübergreifende Trends

Die Zahlen zeigen, dass nicht nur die Automobilindustrie leidet. Auch andere große Industriebranchen verzeichnen einen Rückgang: So sank die Beschäftigtenzahl in der Metallerzeugung und -bearbeitung um 5,4 Prozent, während die Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen um 3,0 Prozent zurückging. In der Kunststoffindustrie gab es einen Rückgang von 2,6 Prozent, und die Maschinenbau-Branche verzeichnete einen Rückgang von 2,2 Prozent. Lediglich die Nahrungsmittelindustrie ist eine Ausnahme, die einen Zuwachs von 8.800 Beschäftigten oder 1,8 Prozent verzeichnen konnte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die deutsche Industrie sich in einer tiefgreifenden Umstrukturierungsphase befindet, die durch wirtschaftliche Herausforderungen und Veränderungen in der Nachfrage gekennzeichnet ist. Die vollständige Analyse und weitere Details finden Sie in den Berichten von EY sowie im Manager Magazin. Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes.