Am 1. März 2026 zeigt sich die Gesundheitslandschaft in Deutschland im Umbruch. Die erste Lesung des Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) im Deutschen Bundestag hat die Bedeutung der Apotheken als Gesundheitsdienstleister nochmals unterstrichen. Der Branchenverband Pharma Deutschland e.V. sieht in dem Gesetz eine Chance, die Apotheken umfassend zu stärken und ihre Rolle in der Patientenversorgung auszubauen. Die Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland, Dorothee Brakmann, appelliert an die Parlamentarier, diese Chancen für die Patienten nicht zu vergeben, da die erweiterte pharmazeutische Expertise der Apotheken eine entscheidende Rolle spielt.

Ein zentrales Anliegen des ApoVWG ist die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Apotheken, um eine wohnortnahe Arzneimittelversorgung sicherzustellen. In der vergangenen Legislaturperiode blieb der letzte Versuch einer Apothekenreform ohne Fortsetzung, was die Notwendigkeit einer zukunftsorientierten Neuregelung umso dringlicher erscheinen lässt. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) plant nun, eine Verhandlungslösung zur Vergütung von Apotheken zu finden, um den Apotheken die Möglichkeit zu geben, ihre Vergütung selbst mitzugestalten und damit die Rahmenbedingungen zu verbessern.

Erweiterung der Dienstleistungen und Impfmöglichkeiten

Pharma Deutschland begrüßt den geplanten Ausbau der pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) im ApoVWG. Dazu gehört unter anderem die Forderung nach der Aufnahme von Schnelltests zur Unterscheidung bakterieller und viraler Hals-Rachen-Infektionen in den pDL-Katalog. Diese Tests könnten auf Selbstzahlerbasis angeboten werden, was die schnelle Unterbrechung von Infektionsketten fördern würde. Auch die Erweiterung der Impfmöglichkeiten in Apotheken wird als überfällig angesehen, insbesondere die Verfügbarkeit neuer STIKO-empfohlener Impfungen als Sachleistung ab Anspruchsberechtigung.

Die geplanten Maßnahmen beinhalten zudem Zuschüsse für Teilnotdienste zwischen 20 und 22 Uhr sowie die Möglichkeit für Apotheken, rabattierte Arzneimittel gegen gleichwertige Medikamente auszutauschen. Zudem wird eine Erleichterung bei der Herstellung von Arzneimitteln und dem Lagern von Betäubungsmitteln angestrebt. Dies alles zielt darauf ab, die Apotheken als wichtige Anlaufstelle für Gesundheitsfragen zu positionieren und ihre Kompetenzen breiter zu nutzen.

Optimierung der Apothekenstruktur

Eine weitere wichtige Maßnahme ist die Erleichterung für die Eröffnung von Zweigapotheken in abgelegenen Orten, mit einer zukünftigen Zulassung für zehn Jahre statt fünf Jahren. Dies könnte insbesondere in ländlichen Gebieten zu einer besseren Versorgung führen. Auch die Sicherung von Fachkräften durch Weiterqualifizierungsmöglichkeiten für pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) ist ein zentrales Anliegen. PTA dürfen künftig die Apothekenleitung vertretungsweise für bis zu 20 Tage im Jahr übernehmen, was die Flexibilität in den Apotheken erhöht.

Die Politik hat ferner zugesagt, die Bürokratie abzubauen und die Öffnungszeiten der Apotheken den Bedürfnissen der Bevölkerung anzupassen. Apotheker dürfen ihre Öffnungszeiten selbst festlegen, was den Apotheken eine bessere Anpassung an die Nachfrage ermöglicht. Diese Reformen sind nicht nur eine Reaktion auf die aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen, sondern auch eine Möglichkeit, die Apotheken als unverzichtbaren Bestandteil der gesundheitlichen Daseinsvorsorge zu stärken.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Stärkung der Apotheken durch das ApoVWG eine Vielzahl von Chancen mit sich bringt. Es bleibt abzuwarten, wie die einzelnen Maßnahmen in der Praxis umgesetzt werden und welche weiteren Diskussionen im Parlament folgen werden. Die Unterstützung von Pharma Deutschland e.V. und die klare Aufforderung an die Parlamentarier, das Potenzial des Gesetzes zu nutzen, sind dabei entscheidende Schritte in die richtige Richtung. Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in der Quelle.