Der Verkauf der Humboldtbaude in Ebersbach-Neugersdorf ist vorerst gestoppt. Der Stadtrat hatte im Dezember 2022 eine Entscheidung getroffen, die den Verkauf der über 110 Jahre alten Baude an Matthias Illner vorsah, der plant, das Gelände für Touristen attraktiv zu gestalten. Dieses Vorhaben sieht jedoch rechtlichen Herausforderungen gegenüber, die einige Stadträte geäußert haben. Der Hauptkritikpunkt: Die große Fläche von über 120.000 Quadratmetern, die in den Verkaufsplänen enthalten ist, war nicht Bestandteil der ursprünglichen Ausschreibung. Bürgermeister Steffen Ain hält den Beschluss jedoch für korrekt, während die Rechtsaufsichtsbehörde des Landkreises nun den Beschluss überprüft und zur Aussetzung sowie zu einer erneuten Ausschreibung rät. Nach aktueller Information haben Interessenten bis zum 3. Februar Zeit, sich für den Kauf der Humboldtbaude zu bewerben. Entscheidend für den Zuschlag sind ein schlüssiges Konzept sowie das angebotene Preisangebot.
Die Humboldtbaude, in den letzten Jahren als Gaststätte und Museum genutzt, steht seit 2009 leer und soll nun schließlich mit neuen Initiativen wieder zum Leben erweckt werden. Der Gewerbeverein Oberland e.V. organisiert bereits Veranstaltungen in der Baude und ein bemerkenswertes Event stellt die geplante Männertagsparty am 10. Mai dar. Zu den Attraktionen des Festes zählen ein kulinarisches Angebot von gegrillter Bratwurst über Steaks bis zu frisch gezapftem Bier, begleitet von zünftiger Musik und einer Aussicht auf das malerische Umland.
Geschichte und Zustand der Humboldtbaude
Die Humboldtbaude war von 1987 bis 2009 bewirtschaftet und war ein beliebtes Ziel für Ausflügler, Familienfeiern und Skifahrer. Der letzte Pächter gab aus wirtschaftlichen Gründen auf, was zu einem Verfall des Areals führte. Aktuell ist der Zustand der Baude gemischt; während im Dachbereich keine größeren Schäden festgestellt wurden, müssen Wärmedämmmaßnahmen durchgeführt werden, und es gibt Schäden im Fußbodenbereich des Sitzungssaals. Die Elektroinstallationen sind größtenteils modernisiert, jedoch sind die sanitären Anlagen nicht mehr zeitgemäß.
Seit 2015 arbeitet der Gewerbeverein an Konzepten zur Wiederbelebung der Humboldtbaude und hat bereits einen Nutzungsvertrag mit der Stadt im Jahr 2016 unterschrieben. Trotz mehrerer geprüft Nutzungskonzepte, die bislang nicht umgesetzt wurden, besteht großes Interesse an der Wiederbelebung der Baude, wie die ausverkauften Veranstaltungen des Vereins eindrucksvoll belegen.
Parallel zu den Bestrebungen um die Humboldtbaude hat der Pflanzengarten auf dem Schlechteberg eine lange Tradition, die bis ins Jahr 1913 reicht. Der Garten, der auch als Alpengarten bekannt ist und eine Fläche von 2500 qm umfasst, enthält seltene Pflanzen und zieht Naturfreunde an, die zur Pflege und Wiederbelebung des Gartens beitragen. Regelmäßige Arbeitseinsätze bieten der Gemeinschaft die Möglichkeit, aktiv zu werden und den Garten in seiner vollen Pracht zu erleben.
Insgesamt zeigt sich ein vielschichtiges Bild der Aktivitäten in Ebersbach-Neugersdorf. Sowohl die Humboldtbaude als auch der Pflanzengarten sind Beispiele für das Engagement der Stadt und ihrer Bürger, historische und kulturelle Werte zu bewahren und neu zu beleben. Die Abwägungen um den Verkauf der Baude und ihre zukünftige Nutzung bleiben jedoch ein zentrales Thema in der kommunalen Diskussion.