Heute ist der 12.02.2026, und die Situation für viele Afghanen, die vor den Taliban geflohen sind, bleibt angespannt. In Berlin landete kürzlich ein weiterer Flug mit 47 Menschen, die Teil des Bundesaufnahmeprogramms sind. Diese Afghanen hatten sich in Pakistan in Sicherheit gebracht, nachdem sie vor der brutalen Herrschaft der Taliban geflohen waren. Die Information über diese Ankunft stammt vom Bundesinnenministerium auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Zuvor wurden bereits mehrfach Afghanen mit Linienflügen nach Deutschland gebracht, während viele afghanische Familien seit Monaten oder sogar Jahren in Islamabad warten, um endlich eine Einreisegenehmigung zu erhalten.
Die schwarz-rote Bundesregierung hatte im Mai 2025 das Aufnahmeprogramm für besonders gefährdete Afghanen gestoppt. Dieses Programm sollte nicht nur frühere Ortskräfte deutscher Institutionen aufnehmen, sondern auch Afghanen, die Verfolgung durch die Taliban fürchten, darunter Anwälte und Journalistinnen, die sich für Menschenrechte einsetzen. Trotz des Stopps erhielten einige Betroffene und ihre Angehörigen Visa, häufig als Ergebnis von Klagen in Deutschland, die ihre Einreise durchsetzen sollten. Unterstützung erhalten viele von den Hilfsorganisationen wie Kabul Luftbrücke.
Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen
In Hannover wird bald ein weiterer Flug mit 28 Afghaninnen und Afghanen erwartet, die ebenfalls Teil des Bundesaufnahmeprogramms sind. Diese Menschen mussten ihre Visa vor Gericht einklagen und setzen ihre Hoffnungen auf den bevorstehenden Flug. Die Gruppe besteht aus fünf Männern, zehn Frauen und 13 Kindern, und die Ankunft erfolgt im Aufnahmelager Friedland. Von dort aus werden die Personen auf die verschiedenen Bundesländer verteilt. Auch diese Gruppe hat sich von Islamabad aus auf den Weg nach Deutschland gemacht, oft über Linienflüge mit Zwischenstopps in Istanbul.
Die Situation bleibt jedoch angespannt. Rund 2.000 Menschen aus dem deutschen Aufnahmeprogramm warten nach wie vor in Pakistan auf ihre Ausreise. Die neue unionsgeführte Bundesregierung hat die Aufnahme von Afghanen stark eingeschränkt, was zu einer großen Unsicherheit geführt hat. Im Koalitionsvertrag von Union und SPD wurde vereinbart, die Aufnahmeprogramme weitgehend einzustellen. Dennoch haben Gerichte den Aufnahmeanspruch einzelner Personen mit verbindlicher Zusage festgestellt. Aktuell liegen beim Verwaltungsgericht Berlin rund 90 Eilentscheidungen vor, und es sind 110 Eilverfahren noch anhängig.
Rechtliche Rahmenbedingungen und Unterstützung
Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Einreise nach Deutschland sind komplex. Das Visum muss in Pakistan beantragt werden, da Deutschland keine diplomatische Vertretung in Afghanistan hat. Die Visa-Verfahren beinhalten Identitäts- und Sicherheitsüberprüfungen, und seit Juni 2023 sind zusätzliche Sicherheitsinterviews durch deutsche Behörden erforderlich. Nach Erhalt des Visums bekommen die Betroffenen eine Aufenthaltserlaubnis für maximal drei Jahre.
Insgesamt konnten seit dem Regierungswechsel im Mai 2025 nur wenige Afghaninnen und Afghanen einreisen. Gerichte haben jedoch entschieden, dass Zusagen nach dem Bundesaufnahmeprogramm rechtlich verbindlich sind. Bis September 2025 konnten 609 Afghaninnen und Afghanen einreisen, was zeigt, dass trotz der Herausforderungen eine gewisse Bewegung besteht. Die Bundesregierung hat den Wartenden auch finanzielle Unterstützung angeboten, um die Aufnahmeprogramme zu verlassen und gegebenenfalls nach Afghanistan oder in ein anderes Land auszureisen.
Die Lage bleibt kritisch, denn wer bis Ende des Jahres nicht ausreist, könnte mit Abschiebungen rechnen. Pakistan hat bereits Afghaninnen und Afghanen mit Aufnahmezusage abgeschoben, was die Notwendigkeit einer schnellen Lösung unterstreicht. Rund 120 der Abgeschobenen erhalten bereits Unterstützung von Deutschland in Afghanistan. Die Bundesregierung hat von Pakistan die Zusage erhalten, dass die Verfahren bis Jahresende fortgeführt werden können, wobei es bisher keine Anzeichen für eine Fristverlängerung gibt. Die Diskussion über den Umgang mit Afghaninnen und Afghanen, die auf ihre Ausreise nach Deutschland warten, bleibt ein zentrales Thema in der deutschen Politik.