Die Silvesternacht in Sachsen war geprägt von Tragödien und Ausschreitungen, während Polizei, Rettungskräfte und Feuerwehr intensiv im Einsatz waren. Zwei Männer kamen bei Unfällen mit Feuerwerk ums Leben: Ein 45-Jähriger aus Oschatz starb an schweren Kopfverletzungen, nachdem er eine nicht für den Privatgebrauch zugelassene Großfeuerwerksbombe (Kategorie F4) gezündet hatte. Ein 50-Jähriger aus Hartha verstarb, als er eine Kugelbombe in einem Rohr zündete.
In verschiedenen Städten Sachsens kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. In Glashütte wurde ein 19-Jähriger festgenommen, und drei Polizisten erlitten leichte Verletzungen. Auch in Leipzig wurden Beamte in mehreren Stadtteilen mit Pyrotechnik angegriffen, wobei eine Polizistin ebenfalls leicht verletzt wurde. Zudem brannten in Leipzig Mülltonnen und Container, die von der Feuerwehr gelöscht wurden. In Connewitz kam es zu Randale, wo eine Gruppe Barrikaden errichtete und ein Feuer entzündete, das mit Wasserwerfern gelöscht wurde.
Weitere Vorfälle und Schäden
In Borna ermittelt die Polizei gegen zwei Jugendliche wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz. In Freital wurden bei einem Wohnungsbrand sieben Menschen verletzt; die genaue Ursache ist noch unklar. Insgesamt wurden über 30 Brände in der Region gemeldet, und die Notrufzentrale in der Region Dresden registrierte 1.023 Notrufe, darunter 40 Rettungseinsätze, die direkt mit den Feierlichkeiten zu Silvester in Verbindung standen.
Die Feuerwehr berichtete zudem von Bedrohungen und Angriffen auf ihre Einsatzkräfte. In Wildbach bei Aue brannte ein Dreiseitenhof, während Anwohner vor der Rauchentwicklung gewarnt wurden. Auch in Langenweißbach kam es zu einem Hausbrand, dessen Löschmaßnahmen andauerten, was zeitweise den Bahnverkehr zwischen Zwickau und Aue stoppte. Bei einem Brand einer Lagerhalle in Groß Düben erschwerten frostige Temperaturen die Löscharbeiten.
Wie ZDF berichtete, gab es auch außerhalb Sachsens tödliche Vorfälle im Zusammenhang mit Feuerwerk: Ein 24-Jähriger kam in Geseke, Paderborn, beim Zünden eines Böllers ums Leben, während in Hamburg ein 20-Jähriger tödlich verunglückte. In Frankfurt am Main wurden mehrere Verletzte durch Feuerwerk gemeldet. Die Berliner Polizei zog hingegen eine positive Zwischenbilanz und wies darauf hin, dass die Böllerverbotszonen wirksam waren.