Am 3. April 2025 verstarb Prinz Andreas von Sachsen-Coburg und Gotha in Coburg. Er war der Enkel des letzten regierenden Coburger Herzogs Carl Eduard und hinterlässt ein reiches Erbe an sozialem, kulturellem und politischem Engagement. Geboren am 21. März 1943 auf Schloss Casel in der Niederlausitz, verbrachte er seine frühen Jahre in den USA, bevor er 1965 nach Deutschland zurückkehrte.
Andreas war der erstgeborene Sohn von Prinz Friedrich Josias von Sachsen-Coburg und Gotha und Gräfin Victoria-Louise zu Solms-Baruth. Mit seiner Frau Prinzessin Carin Dabelstein, die vor ihm im November 2023 im Alter von 77 Jahren starb, hatte er drei Kinder: Stephanie, Hubertus und Alexander. Hubertus wird voraussichtlich die Position des Chefs des Herzoglichen Gesamthauses übernehmen, die Andreas seit dem Tod seines Vaters im Jahr 1998 innehatte.
Ein Leben im öffentlichen Dienst
Prinz Andreas litt seit 14 Jahren an Parkinson, was er offen thematisierte. Trotz seiner gesundheitlichen Herausforderungen blieb er aktiv in der Coburger Stadtgesellschaft. Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) beschrieb ihn als „Integrationsfigur“. Im November 2023 wurde ihm die Ehrenbürgerwürde der Stadt Coburg verliehen, eine Auszeichnung für seinen Einsatz zur Wiederbelebung des Hauses Coburg-Sachsen-Gotha in Europa.
Von 1996 bis 2002 war er Mitglied des Stadtrats und setzte sich mit Nachdruck für soziale und kulturelle Belange in der Region ein. Sein Engagement führte zu zahlreichen Initiativen, die das kulturelle Erbe der Region stärkte und die Stadt Coburg national und international bekannt machte.
Ein Erbe des Adels
Das Haus Sachsen-Coburg ist historisch von erheblicher Bedeutung und hat Verbindungen zu vielen europäischen Königshäusern. Prinz Albert, der Ehemann von Queen Victoria, sowie Leopold, der erste König der Belgier, gehören ebenfalls zu dieser Linie. Diese weitreichenden Verknüpfungen zeugen von der einstigen politischen Macht des Hauses. Bis 1917 trug die britische Königsfamilie den Namen Saxe-Coburg and Gotha und wurde erst danach in Windsor umbenannt.
Prinz Andreas selbst war deutscher und britischer Staatsbürger und spielte eine aktive Rolle in verschiedenen sozialen und kulturellen Organisationen. Er war Mitglied des Vorstands der Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha’schen Stiftung für Kunst und Wissenschaft sowie Protektor des Deutschen Schützenbundes. Sein Engagement in Kunst, Kultur und Sportförderung war beispielhaft für seinen Lebensstil.
Zusammen mit seiner Familie war er auch an der Bewirtschaftung von Schlössern in Bayern, Thüringen und Österreich beteiligt. Unter seiner Mitwirkung entwickelte sich die Familie zu einer wichtigen Institution im Deutschen Kulturbereich.
Prinz Andreas von Sachsen-Coburg und Gotha hinterlässt ein bleibendes Erbe und wird als einer der wichtigsten Vertreter seines Hauses in Erinnerung bleiben. Seine Verdienste werden sowohl in Coburg als auch darüber hinaus gewürdigt und geschätzt.
Für weitere Informationen zu seinem Leben und Wirken sei auf die Berichterstattung von BR und Fränkischer Tag verwiesen, sowie auf die historische Bedeutung des Hauses Sachsen-Coburg auf Wikipedia.