Im Ostflügel von Schloss Allstedt stehen umfangreiche Sanierungsarbeiten an, die Fassadenarbeiten sowie den Innenausbau umfassen. Auch im Westflügel sind die Burgküche und die Hofstube betroffen. In der Vorburg werden wichtige Modernisierungen in den Bereichen Brandschutz, Elektrik und Haustechnik durchgeführt. Zudem muss ein zweiter Fluchtweg geschaffen werden. Die Sanierung wird nach dem Jubiläum ab 2026 fortgesetzt, wobei die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt Gesamtkosten in Höhe von neun Millionen Euro veranschlagt.
Allerdings gibt es Widerstand gegen die Sanierungspläne.
Sachsen-Anhalt plant weiterhin den Bau eines neuen Gefängnisses in Halle, das alte Gefängnisse ersetzen soll, um die vorgeschriebene Einzelzellenbelegung zu gewährleisten. Der Standort ist für Halle-Tornau an der A14 vorgesehen, doch das Stadtratsgrünlicht steht noch aus. In der Dezember-Sitzung des Stadtrats wurde das Thema bereits von der Agenda gestrichen, wie MDR berichtete.
Sanierung von Schlössern und Burgen in Sachsen-Anhalt
Dabei beteiligt sich der Bund gemeinsam mit dem Land Sachsen-Anhalt mit 200 Millionen Euro an der Sanierung zahlreicher Schlösser und Burgen. Die Kulturstiftung plant insgesamt elf Projekte, die sich auf 28 einzelne Baumaßnahmen verteilen. Dennoch wird die vollständige Umsetzung der Projekte voraussichtlich nicht vor 2027 abgeschlossen sein. Generaldirektor Christian Philipsen teilte mit, dass sich der Projektstart um etwa drei Jahre verzögert hat. Nach dem Bundestagsbeschluss gab es in der Folge Debatten über mögliche Kooperationen mit Thüringen. Im Sommer 2022 wurden die ersten Zuwendungsbescheide erteilt, demzufolge 30 neue Mitarbeiter eingestellt wurden, um die Planung voranzutreiben. Derzeit laufen Gespräche mit Bund, Bundestag und dem Land, um die verlorene Zeit aufzuholen, wie Radio Brocken erwähnte.
Die Sanierung der hochmittelalterlichen Eckartsburg an der Landesgrenze zu Thüringen schließt die Burgmauern, die Brücke sowie den Palas mit Glasdach ein. Die Genehmigungsplanung für die Eckartsburg soll Anfang 2025 vorliegen. Eine nachhaltige Nutzung der sanierten Gebäude ist ebenfalls geplant. Die Neuenburg bei Freyburg an der Unstrut stellt aufgrund ihrer 800-jährigen Bausubstanz besondere Herausforderungen dar. Zudem steht Schloss Allstedt unter zeitlichem Druck, da dort für den Sommer 2025 eine Ausstellung zum Bauernkriegsjubiläum vorgesehen ist. Hier sind ebenfalls Sanierungsarbeiten und ein neues Brandschutzkonzept erforderlich, wobei die ersten Bauarbeiten im Oktober 2024 beginnen sollen. Auch Burg Falkenstein im Harz benötigt Sanierungsarbeiten, doch das genaue Ausmaß der Schäden ist noch unklar. Die zur Verfügung stehenden 200 Millionen Euro müssen für alle Projekte ausreichen, die genauen Kosten sind nach der Genehmigungsphase noch nicht abzusehen. Die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt verwaltet rund 350.000 Objekte in ihren Sammlungen. In Halle wird außerdem ein Zentraldepot für Kunstschätze eingerichtet; ein Grundstück wurde bereits gefunden und ein Architekturbüro beauftragt.