Der Haltepunkt Glasebach in der Region ist nicht nur ein malerischer Ort für Spaziergänge, sondern auch der Zugang zu attraktiven Sehenswürdigkeiten wie dem Schaubergwerk und dem Bergbaumuseum. Jährlich ziehen diese Attraktionen bis zu 6.000 Besucher an. Die Grube Glasebach hat eine bewegte Geschichte, die bis ins Jahr 1981 zurückreicht, als die Förderung von Flußspat eingestellt wurde. Temporäre Schließungen während der Wintermonate traten aufgrund von Wasserproblemen auf.
Den Erhalt und die Pflege der Grube übernehmen mit Hingabe 35 Mitglieder des Straßberger Montanvereins. Diese engagierte Gruppe ist maßgeblich daran beteiligt, die traditionsreiche Geschichte des Bergbaus in der Region lebendig zu halten. An diesem Wochenende steht ein besonderes Ereignis an: Eine neue Seilwinde wird installiert, um die marode, über 200 Jahre alte Originalwinde zu ersetzen.
Historische Bedeutung und Infrastruktur
Die historische Relevanz des Standortes zeigt sich auch in dem sorgfältig erhaltenen Grabensystem sowie in den Teichanlagen aus der Bergbauzeit, die vom Straßberger Angelverein und dem Ortsbürgermeister gepflegt werden. Diese Infrastrukturen sind Zeugen einer Industriegeschichte, die stark mit der Region verknüpft ist, und verdeutlichen die fortdauernde Verbundenheit der Gemeinschaft mit ihrem Erbe.
Der Tiefbau der Grube begann 1949/1950 mit dem Öffnen des alten Schachts durch den VEB Verfestigungen und Abdichtungen Schachtbau Nordhausen. Bis zur fünften Sohle wurde abgeteuft, doch die Vorkommen an Fluorit erwiesen sich als gering. Trotzdem nahm die Förderung ihren Lauf, und in den 1970er Jahren wurde ein 12 Meter hohes stählernes Fördergerüst errichtet, das bis heute das Landschaftsbild prägt.
Gemeinschaftliche Aktivitäten und Veranstaltungen
Das Dorf lebt von der engen Zusammenarbeit seiner Vereine. Die „Dutchoven-Freunde Straßberg“ beispielsweise erhalten Unterstützung für ihr alljährliches „Dutchoven-Fest“. Auch die Freiwillige Feuerwehr und die Wasserwehr von Harzgerode sind in der Region aktiv und leisten wichtigen Beitrag zum Gemeinwohl. Mit 13 Mitgliedern ist die Wasserwehr bereit, bei Hochwassern der Selke einzugreifen und führt regelmäßig Übungen durch.
Für kulinarische Highlights sorgt Marten Sacks, der 2019 eine ehemalige Zahnarztpraxis in eine Brauerei umgebaut hat, die nun jährlich 5.000 Liter Bier produziert. Die „Bergschänke“, geführt von Bettina Hübner, ist seit 1976 das Herzstück des Dorfes und stellt als einzige Dorfkneipe einen wichtigen sozialen Treffpunkt dar.
Zusätzlich organisiert der Angelverein Räucherfisch und bietet ein Unterhaltungsprogramm mit der „Brauchtumsgruppe Selketal“. Das Dorfgemeinschaftshaus mit Sporthalle, welches sich derzeit im Bau befindet, wird künftig ein zentraler Ort für die sportlichen und kreativen Frauen des Dorfes sein, die den Versammlungsraum der Feuerwehr vorübergehend nutzen.
Durch die vielfältigen Aktivitäten und die damit verbundene kulturelle Identität zeigt sich die besondere Beziehung der Region zu ihrem bergbaulichen Erbe. In einem Bereich, der durch wechselvolle Geschichte und gemeinsame Anstrengungen gekennzeichnet ist, bleibt das Gedächtnis des Bergbaus lebendig und wird durch ständige Pflege und Innovation gewahrt. Dies steht in Einklang mit der laufenden Forschung über die Geschichte des Bergbaus, die vom Deutschen Bergbau-Museum Bochum unterstützt wird und die sozialen, kulturellen und technischen Aspekte des Bergbaus beleuchtet.