In den letzten Jahren hat der Export deutscher Waren nach China an Bedeutung für die deutsche Volkswirtschaft verloren. Besonders deutlich wird dies, wenn man die Zahlen der letzten Jahre betrachtet. Im Jahr 2021 waren rund 1,1 Millionen Arbeitsplätze direkt oder indirekt vom Export nach China abhängig, was etwa 2,5 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland entsprach. Doch seitdem ist der Exportabsatz nach China spürbar eingebrochen. Bis zum vergangenen Jahr gingen über 400.000 Arbeitsplätze verloren, was einen Rückgang von etwa 40 Prozent bedeutet, da 2022 nur noch knapp 700.000 Arbeitsplätze vom Endverbrauch in China abhängig waren. Der Außenhandelsexperte Matthes stellt fest, dass China unfair spiele und der deutschen Exportwirtschaft schade, indem es den Wettbewerb durch Subventionen und eine unterbewertete Währung verzerrt. Um weniger vom Ausland abhängig zu werden, übt Peking Druck auf deutsche Unternehmen aus, den chinesischen Markt durch lokale Produktion und Zulieferungen zu bedienen. Diese Entwicklungen wurden am 12.02.2026 im Programm Deutschlandfunk thematisiert (Deutschlandfunk).
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der Anteil der Exporte von Waren und Dienstleistungen nach China am deutschen Bruttoinlandsprodukt ist seit 2021 um über 40 Prozent gesunken. Der Exportwert selbst fiel von 131,2 Milliarden Euro im Jahr 2021 auf 93,3 Milliarden Euro im Jahr 2022, was einen Rückgang um fast 29 Prozent darstellt. In Anbetracht dieser Entwicklungen ist es nicht verwunderlich, dass der Anteil der Exporte nach China am BIP um 1,5 Prozentpunkte auf 2,1 Prozent gesunken ist. Aktuell hängt nur einer von 67 Arbeitsplätzen in Deutschland vom Chinageschäft ab. Die Bundesregierung plant, die wirtschaftlichen Beziehungen zu China, einschließlich des Außenwirtschaftsrechts, zu überprüfen. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) unterstützt die Vorwürfe gegen China wegen ungerechter Handelspraktiken und fordert die EU auf, den Marktzugang chinesischer Anbieter kritisch zu überprüfen (Zeit).
Exportorientierte deutsche Wirtschaft
Deutschland ist eine stark exportorientierte Nation, und etwa jeder vierte Arbeitsplatz hängt vom Export ab. Die deutsche Wirtschaft profitiert von hohen Exportüberschüssen, die zwischen 2014 und 2019 sowie 2023 Rekordwerte erreichten. Im Jahr 2023 exportierte Deutschland Waren im Wert von 1.562 Milliarden Euro und importierte im gleichen Jahr Waren im Wert von 1.353 Milliarden Euro. Dies zeigt, dass die Warenausfuhren seit Jahrzehnten die Wareneinfuhren übersteigen. Dennoch sind die aktuellen Entwicklungen im Handel mit China besorgniserregend, insbesondere da China im Jahr 2021 und 2022 doppelt so viel exportierte wie Deutschland und die USA im Jahr 2022 ebenfalls vor Deutschland lagen (bpb).
Die Bedeutung von China als Handelspartner hat in den letzten Jahren nachgelassen, was sich auch im Rückgang der Abhängigkeit von diesem Markt widerspiegelt. Während die Außenhandelsquote Deutschlands von 43,8 Prozent im Jahr 1990 auf 70,5 Prozent im Jahr 2008 stieg, fiel sie 2009 auf 60,2 Prozent und überstieg 2011 mit 72,9 Prozent das Vorkrisenniveau. Im Jahr 2022 lag die Außenhandelsquote bei 79,2 Prozent, hauptsächlich aufgrund gestiegener Energiepreise. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Deutschland trotz seiner Exportstärke vor Herausforderungen steht, insbesondere im Hinblick auf die wirtschaftlichen Beziehungen zu China und den damit verbundenen Arbeitsplatzverlusten, die die deutsche Wirtschaft in den kommenden Jahren zunehmend belasten könnten.