Heute ist der 21.02.2026. Die Diskussion um die Rente in Deutschland nimmt eine neue Wendung. Die Alterssicherungskommission der Bundesregierung plant am 23. Februar 2026 Beratungen zur Einführung der Rente mit 70 Jahren. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass Deutschland bereits eines der höchsten Renteneintrittsalter in Europa hat, das schrittweise bis 2031 auf 67 Jahre angehoben wird. Doch was bedeutet das für die Arbeitnehmer? Bei einem Renteneintritt mit 67 Jahren erhalten diese lediglich 52,9% ihres vorherigen Nettoeinkommens, was im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wie Frankreich, Italien oder Dänemark eher gering ausfällt. In Frankreich liegt das Renteneintrittsalter bei etwa 64 Jahren mit einem Rentenniveau von 60,2%, während Italiener und Österreicher schon bei ähnlichem Alter von 74,6% und 74,1% profitieren können.

Im Rahmen der bevorstehenden Beratungen diskutiert die Kommission auch die Möglichkeit von Abschlägen bei vorzeitigem Renteneintritt und Anreizsystemen für längeres Arbeiten über 70 Jahre hinaus. Die Kommission, die am 7. Januar 2026 von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) eingesetzt wurde, besteht aus 13 Experten und wird von Frank-Jürgen Weise und Prof. Constanze Janda geleitet. Politische Spannungen zwischen den Parteien sind aufgrund dieser Thematik gestiegen. Während die Union, vertreten durch Jens Spahn, ein Umdenken in der Rentenpolitik befürwortet, lehnt die SPD die Rente mit 70 vehement ab. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf kritisiert die Vorschläge der Union als Rentenkürzung.

Demographische Herausforderungen

Die demographische Entwicklung in Deutschland trägt maßgeblich zu diesen Diskussionen bei. Im Jahr 2020 gab es 16,7 Millionen Menschen ab 67 Jahren, und bis 2040 soll diese Zahl auf knapp 21 Millionen ansteigen. Diese Zunahme stellt die Rentenkassen vor große Herausforderungen. Die Rentenkommission tagt derzeit ohne große öffentliche Aufmerksamkeit und wird sich in ihrem nächsten Treffen auf die Rente mit 70 sowie Anreize für längeres Arbeiten konzentrieren. Unterstützung für die Erhöhung des Renteneintrittsalters kommt nicht nur von der Union, sondern auch von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU).

Ein weiterer Diskussionspunkt ist der Vorschlag, die Rentenbeiträge neu zu gestalten. Die Linke hat einen Vorschlag eingebracht, der fordert, dass Arbeitgeber mehr in die Rentenkasse einzahlen sollen als Arbeitnehmer. Martin Werding, ein Mitglied der Rentenkommission, schlägt vor, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln und alle zehn Jahre um ein halbes Jahr zu erhöhen. Laut Werding könnte eine Rente mit 70 erst 2091 notwendig werden, was kurzfristig zu positiven Effekten wie einem höheren Rentenniveau und niedrigeren Beitragssätzen führen könnte.

Ein Blick auf die Entwicklungen der letzten Jahre

Das durchschnittliche Renteneintrittsalter ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Lag es im Jahr 2000 noch bei 62,3 Jahren, so beträgt es im Jahr 2024 bereits 64,7 Jahre. Dieser Anstieg betrifft sowohl Männer als auch Frauen und ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, darunter die Anhebung der Altersgrenzen und das Auslaufen bestimmter vorgezogener Altersrentenarten. Vorzeitige Altersrenten konnten in der Vergangenheit teilweise bereits ab 60 Jahren in Anspruch genommen werden, was heute nicht mehr der Fall ist.

Die Diskussion um die Rente mit 70 spiegelt also nicht nur aktuelle politische Spannungen wider, sondern auch die Herausforderungen, die durch den demographischen Wandel in Deutschland entstehen. Die kommenden Beratungen der Alterssicherungskommission könnten entscheidend dafür sein, wie die Rentenpolitik in den nächsten Jahren gestaltet wird. Für die deutsche Bevölkerung bleibt abzuwarten, welche Entscheidungen getroffen werden und wie diese ihr zukünftiges Leben beeinflussen werden.

Weitere Informationen zu den Hintergründen und aktuellen Entwicklungen in der Rentenpolitik finden Sie in den Artikeln von Merkur und ZDF.