Am 14. Dezember 2024 kam es in Berlin zu einem schweren Angriff auf Wahlhelfer der SPD sowie zwei Polizisten. Der Vorfall ereignete sich an einem Informationsstand der SPD am S-Bahnhof Lichterfelde-Ost. Die Angreifer beleidigten die SPD-Mitglieder und griffen sie körperlich an. Bei den Angriffen wurden zwei SPD-Wahlhelfer und mehrere Polizisten verletzt. Einer der verletzten Beamten erlitt eine Schnittwunde im Gesicht, während ein anderer eine Handfraktur davontrug. Alle Verletzten wurden ins Krankenhaus gebracht und konnten nach ambulanter Behandlung entlassen werden.
Die Polizeiermittlungen erstrecken sich über drei Bundesländer: Berlin, Niedersachsen und Sachsen sowie Sachsen-Anhalt. Rund 110 Einsatzkräfte führten Durchsuchungen an zehn Wohnadressen durch, wobei verschiedene Gegenstände beschlagnahmt wurden, darunter Mobiltelefone, digitale Speichermedien, verdächtige Kleidung, Maskierungsausrüstung, Schlagwerkzeuge, Messer und rechtsextremes Propagandamaterial. In den Fokus der Ermittlungen gerieten insgesamt acht Verdächtige, von denen vier (im Alter von 16, 18, 19 und 19 Jahren) bereits bekannt waren. Drei der Verdächtigen befinden sich in Untersuchungshaft.
Mutmaßliche Täter und Hintergründe
Die mutmaßlichen Angreifer waren möglicherweise auf dem Weg zu einer rechten Demonstration in Friedrichshain. Berichten zufolge demonstrierten dort Dutzende Rechtsextremisten, während sich tausende Gegendemonstranten versammelten. Es wird vermutet, dass die Verdächtigen Mitglieder der rechtsextremen Jugendorganisation „Deutsche Jugend zuerst“ sind. Der Ermittlungsrichter am Amtsgericht Tiergarten erließ Haftbefehle gegen die vier Verdächtigen, wobei einer von ihnen unter Auflagen vom Vollzug verschont wurde.
Die SPD-Fraktionsvorsitzende Carolyn Macmillan äußerte sich schockiert über den Angriff und betonte die Notwendigkeit, gegen rechtsextreme Gewalt zusammenzustehen. SPD-Generalsekretär Matthias Miersch verurteilte den Vorfall als Bedrohung der Demokratie und warnte vor der Gefahr des Rechtsextremismus. Die Polizei Berlin appelliert an mögliche Zeugen, sich zu melden und Videodateien über das Hinweisportal hochzuladen, um zur Aufklärung des Vorfalls beizutragen. Informationen zu den Vorfällen wurden unter anderem von Lomazoma und rbb24 berichtet.