Heute ist der 12.02.2026. Die wirtschaftliche Situation in Deutschland hat sich in den letzten Monaten spürbar aufgehellt. Der aktuelle monatliche Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung zeigt, dass die kurzfristigen Konjunkturaussichten für Deutschland optimistischer sind als noch zu Jahresbeginn. Während die Rezessionswahrscheinlichkeit Anfang Januar bei 28,0 Prozent lag, beträgt sie nun nur noch 20,3 Prozent für die Monate von Februar bis Ende April 2026. Der Indikator bleibt in der Phase „gelb-grün“, was moderates Wirtschaftswachstum signalisiert. Allerdings ist die statistische Streuung des Indikators leicht gestiegen, was auf eine gewisse Unsicherheit unter wirtschaftlichen Akteuren hinweist. Die verbesserte Einschätzung beruht vor allem auf günstigeren Daten aus der Realwirtschaft, insbesondere bei inländischen Industrieaufträgen.
Die Produktionsentwicklung im Produzierenden Gewerbe zeigt bislang keine Trendwende und verzeichnete einen Rückgang im Dezember. Dennoch dämpfen stagnierende oder leicht negative Entwicklungen bei Stimmungs- und Finanzmarktindikatoren den Rückgang des Rezessionsrisikos. Das IMK bewertet den konjunkturellen Trend als positiv, solange keine zusätzlichen Belastungen auftreten. Für 2026 wird ein Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent prognostiziert, das als realistisch eingeschätzt wird und Potenzial für mehr bietet. Wachstumsimpulse sollen durch Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz sowie steigende Verteidigungsausgaben erwartet werden. Die Effekte dieser Maßnahmen dürften im Jahresverlauf sichtbar werden.
Verbraucher und politische Signale
Eine zentrale Rolle für die stabile wirtschaftliche Entwicklung spielt der private Konsum, dessen Voraussetzung eine solide Kaufkraft ist. Allerdings gibt es auch Warnungen vor negativen politischen Signalen, die das Vertrauen der Verbraucher beeinträchtigen könnten. Debatten über mögliche Einschnitte im Sozialstaat, Deregulierungen bei Arbeitszeiten oder Änderungen beim Kündigungsschutz könnten zusätzliche Verunsicherung erzeugen. Die aktuellen Prognosen der Bundesregierung, die für 2025 ein Wachstum von +0,2 Prozent und für 2026 von +1,3 Prozent erwarten, spiegeln die Unsicherheiten in der wirtschaftlichen Lage wider.
Die Vorhersagen der wirtschaftlichen Entwicklung sind für staatliche Planungen, insbesondere für den Haushalt, von großer Bedeutung. Verschiedene Institutionen haben ihre Prognosen für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den letzten Monaten angepasst. Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt für 2026 ein Wachstum von +0,9 Prozent, während die OECD ein Plus von +1,1 Prozent prognostiziert. Auch die Gemeinschaftsdiagnose und das ifo Institut rechnen mit einem Wachstum von +1,3 Prozent für 2026. Diese unterschiedlichen Vorhersagen verdeutlichen die Unsicherheit und die Schwankungen in den wirtschaftlichen Erwartungen.
Ausblick auf die Weltwirtschaft
Die Deutschland-Prognose basiert auf Annahmen über die Weltwirtschaft, Wechselkurse, Rohstoffpreise und Zinssätze, die von Eurosystem-Experten festgelegt wurden. Diese Annahmen berücksichtigen auch finanzpolitische Maßnahmen, die als wahrscheinlich angesehen werden. Im Projektionszeitraum wird ein moderates Wachstum der Weltwirtschaft erwartet. Die globale Wirtschaftsaktivität stieg im Winterhalbjahr 2023/24 stärker als in der Prognose vom Dezember 2023 erwartet, unterstützt durch Binnenkonjunktur in den USA, wirtschaftspolitische Stimuli und Exportgeschäfte in China. Für den Euroraum wird ein Wachstum von 1,1 Prozent für 2024 und 1,6 Prozent für 2025 prognostiziert, während die Wachstumsraten für den Welthandel sich 2024 stabilisieren sollen.
Insgesamt zeigt sich ein Bild der vorsichtigen Optimierung in der deutschen Wirtschaft. Die Entwicklungen der nächsten Monate werden entscheidend dafür sein, ob die positiven Trends nachhaltig sind oder ob sie durch politische und wirtschaftliche Unsicherheiten gefährdet werden. Ein Blick auf die Quelle für weiterführende Informationen ist empfehlenswert: Verkehrsrundschau, Tagesschau und Bundesbank.