Am Sonntag, dem 26. Januar 2025, stehen im Landkreis Mittelsachsen rund 240.000 wahlberechtigten Bürgern die Wahlen für einen neuen Landrat bevor. Hintergrund der Wahl ist der Rücktritt von Dirk Neubauer, der seit 2022 als parteiloser Kandidat mit Unterstützung von SPD, Linke und Grünen im Amt war. Neubauer gab im Juli 2023 bekannt, dass er aufgrund persönlicher Anfeindungen von rechtsextremen Kreisen und mangelnder Durchsetzungsmöglichkeiten zurücktritt. Seit Oktober 2023 befindet er sich nicht mehr im Amt und hinterlässt ein spannendes Rennen um seine Nachfolge.

Insgesamt fünf Kandidaten treten bei der Landratswahl an:

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  • Sven Krüger (51) – Freie Wähler und CDU, derzeit Oberbürgermeister von Freiberg.
  • Jens Tamke (57) – AfD, Kreisrat.
  • Mario Lorenz (48) – SPD.
  • Cindy Reimer (32) – Die Linke, die einzige Frau auf dem Wahlzettel.
  • Stefan Trautmann (38) – Freie Sachsen, eine rechtsextreme Partei.

Die Kandidaten im Überblick

Sven Krüger plant, in das Landratsamt zu wechseln und wird dabei von der CDU und den Freien Wählern unterstützt. Krüger setzt sich zum Ziel, Mittelsachsen hinsichtlich Wirtschaftskraft und Lebensqualität an die Spitze der sächsischen Landkreise zu bringen. Aktuell steht der Landkreis jedoch vor einem Haushaltsloch von 84 Millionen Euro, das er als große Herausforderung ansieht. Er betont die Notwendigkeit, Forderungen an Bund und Land zu artikulieren, um notwendige Investitionen in Infrastruktur und soziale Projekte zu ermöglichen.

Mario Lorenz von der SPD ist stellvertretender Kreisvorsitzender und Verwaltungsbetriebswirt, der für das Umweltbundesamt arbeitet. Sein Ziel ist es, Bund und Land zur Bereitstellung der nötigen Mittel für die Erfüllung von Pflichtaufgaben zu bewegen. Dabei plant er, sich mit Kassenkrediten über Wasser zu halten und erkennt die Wichtigkeit von Mittelsachsen als attraktiven Investitionsstandort an.

Cindy Reimer, die Kandidatin der Linken, hat als Kirchenmalermeisterin und Mitbegründerin der Initiative „Bunte Perlen Waldheim“ einen innovativen Ansatz zur politischen Mitarbeit. Ihr Fokus liegt auf der Zusammenarbeit zwischen Politik und Wissenschaft, wobei sie Wirtschaftsförderung und soziale Gerechtigkeit als zentrale Themen anspricht.

Jens Tamke von der AfD hat sich selbständig gemacht und ist Stadtrat sowie Kreistagsmitglied aus Rosswein. Er plant, die Finanzlage des Landkreises zu prüfen und die Digitalisierung voranzutreiben. Zudem beabsichtigt er, die Asylproblematik anzugehen, ohne dabei Streichungen im Bereich öffentlicher Verkehrsmittel und im Sozialbereich in Betracht zu ziehen.

Stefan Trautmann, der Kandidat der „Freien Sachsen“, hat bereits seit 2014 Erfahrung im Stadtrat von Döbeln. Er fordert grundlegende politische Veränderungen und möchte mit seiner Erfahrung zur politischen Erneuerung im Landkreis beitragen.

Wahlverfahren und mögliche Folgewahlen

Die Wahlberechtigten können bis 18 Uhr ihre Stimme abgeben, danach beginnt die Auszählung. Sollte kein Kandidat die erforderliche Mehrheit von mehr als 50 Prozent der Stimmen erreichen, wird ein zweiter Wahlgang notwendig. Dieser würde planmäßig am 23. Februar 2024 stattfinden, in direkter Verbindung zur vorgezogenen Bundestagswahl. Die politische Landschaft in Mittelsachsen wird mit dieser Wahl eine entscheidende Wende erfahren.