In Lutherstadt Eisleben entsteht ein innovatives Projekt: ein „Bürger- und Energiepark“. Dieses Vorhaben wird im Rahmen der Landesinitiative „Sachsen-Anhalt – Gemeinsam für ein Neues Europäisches Bauhaus (NEB)“ gefördert. Die Stadt Eisleben und die Hochschule Anhalt erhalten aus dem NEB-Fördertopf insgesamt 1,36 Millionen Euro. Davon fließen rund 1,23 Millionen Euro an die Stadt und der Rest an die Hochschule.

Im Mittelpunkt des Projekts steht der Stadtpark, der Anfang des 20. Jahrhunderts angelegt wurde. Aktuell befindet sich der rund zehn Hektar große Park in einem schlechten Pflegezustand, mit veraltetem Wegesystem und kaum Barrierefreiheit. Das Ziel des neuen Parks ist es, klimatische, sowie soziale Funktionen zu erfüllen und die Bürger aktiv an der Reaktivierung und Neugestaltung zu beteiligen. Außerdem sollen regenerative Energieerzeugung und Denkmalschutz in die Planungen einfließen.

Förderung und Hintergrund

Das Projekt in Eisleben ist das zweite, das die Konzeptphase erfolgreich erreichen kann. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass aktuell voraussichtlich acht Projekte im Mitteldeutschen Revier durch EU-Mittel aus dem Just Transition Fund (JTF) unterstützt werden. Die EU hat unter dem Motto „Neues Europäisches Bauhaus“ dazu aufgerufen, Ideen für ein künftiges Zusammenleben zu entwickeln. Bürger, Städteplaner, Unternehmer, Wissenschaftler, Architekten und Designer sind dazu eingeladen, Vorschläge einzubringen.

Die Initiative für den Just Transition Fund in Sachsen-Anhalt zielt darauf ab, den Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier zu fördern. Mit einem Gesamtvolumen von 44 Millionen Euro stehen europäische Mittel zur Verfügung. Die Förderschwerpunkte beinhalten unter anderem Industrieinfrastruktur, Fachkräftesicherung sowie Bildung und Forschung. Diese Mittel sollen helfen, die negativen Folgen des Kohleausstiegs abzumildern. Maßnahmen orientieren sich dabei an den Vorgaben der EU-Verordnung 2021/1056.

Zukunftsorientierte Projekte im Blick

In Sachsen-Anhalt wurden bereits bedeutende Förderprojekte initiiert. Dazu zählt unter anderem der Bildungscampus Naumburg, der mit 45 Millionen Euro gefördert wird, sowie die Förderung von Wissenschaft und Forschung, die mit 63 Millionen Euro dotiert ist. Diese Projekte haben das Ziel, ein inklusives Bildungssystem zu schaffen und moderne Forschungsinfrastruktur zu etablieren. Die Landesinitiative zeigt damit, wie ein strukturierter Übergang zu einem zukunftsfähigen Umfeld gestaltet werden kann.

Das Eisleben-Projekt ist Teil dieser umfassenden Lagebewertung und bietet sich an als ein Schritt zur Wiedernutzung und Modernisierung historischer Grünelemente. Im Rahmen der NEB-Initiative sind alle Interessierten eingeladen, Ideen einzubringen, um den Stadtpark auf vielfältige Weise neu zu gestalten.

Für weitere Informationen zu den Fördermöglichkeiten im Rahmen des Just Transition Fund stehen die Webseiten der Investitionsbank Sachsen-Anhalt bereit, auch Kontakt zu spezifischen Projekten kann direkt über strukturwandel(at)stk.sachsen-anhalt.de aufgenommen werden. Die Landesinitiative hat ihre Türen im August 2023 geöffnet, und es wird angestrebt, bis April 2024 weitere Förderanträge zu sammeln.