Heute ist der 24.02.2026. In der aktuellen geopolitischen Lage, geprägt von dem anhaltenden Konflikt in der Ukraine, zeigt sich ein bemerkenswerter Trend in den militärischen Ausgaben verschiedener Länder. Die neuesten Berichte, insbesondere die Untersuchung „Military Balance“ des Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS) in London, werfen ein Licht auf die Entwicklungen rund um die Verteidigungsausgaben und die militärischen Fähigkeiten der Nationen. Laut FAZ können die russischen Streitkräfte ihre Verluste im Angriffskrieg auf die Ukraine nicht vollständig durch Rekrutierungen ersetzen. Im vergangenen Jahr eroberten sie weniger als 1% des ukrainischen Territoriums, während die Ukraine kürzlich 200 bis 400 Quadratkilometer zurückgewinnen konnte. Diese Situation hat sich als ein Abnutzungskrieg etabliert, in dem die russischen Streitkräfte zwar militärische Innovationen wie den Einsatz von Drohnen schnell nachahmen können, aber dennoch vor erheblichen Herausforderungen stehen.
Die Verteidigungsausgaben Russlands sind auf Rekordhöhen gestiegen und belaufen sich auf 7,3% des Bruttoinlandsprodukts. Diese Zahlen spiegeln die schwierige wirtschaftliche Lage des Landes wider, das mit einem kaum wachsenden BIP, einem steigenden Staatsdefizit und sinkenden Einnahmen aus Rohstoffexporten zu kämpfen hat. Die Business Insider berichtet, dass der militärisch-industrielle Komplex Russlands durch Sanktionen und Kriegsanforderungen geschwächt ist, was zu Schwierigkeiten bei der militärischen Modernisierung führt. Der Zugang zu wichtigen Importen ist eingeschränkt, was die Qualität der Rüstungsproduktion beeinträchtigt und mittelfristig die Fähigkeit Russlands, mit fortschrittlichen Militärmächten zu konkurrieren, verringert.
Steigende Rüstungsausgaben in Europa
Im Gegensatz dazu haben die europäischen NATO-Partner in den letzten drei Jahren nahezu eine Verdopplung ihrer Rüstungsausgaben registriert. Deutschland hat sich in diesem Kontext auf Rang 4 der weltweiten Militärausgaben vorgearbeitet, mit einem Verteidigungsbudget von rund 107 Milliarden Dollar, welches erstmals über die 100 Milliarden Dollar-Marke steigt. Dies wurde durch eine Vielzahl von Rüstungsbeschaffungen zwischen Anfang 2022 und Mitte 2025, die sich auf 245 Milliarden Dollar belaufen, unterstützt. Zwei Drittel dieser Investitionen wurden in Europa getätigt, wobei Deutschland einen signifikanten Anteil am Anstieg der europäischen Rüstungsausgaben hat, die von 17% auf 21% zwischen 2022 und 2025 gewachsen sind.
Die Bundesregierung plant, die Verteidigungsausgaben auf 3,5% des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen, zusätzlich zu 1,5% für militärisch notwendige Infrastrukturprojekte. Diese Ziele sind Teil eines umfassenden Plans zur Aufrüstung, der unter dem Begriff „Militär-Keynesianismus“ zusammengefasst werden kann. Diese Strategie könnte, so die Befürworter, der deutschen Wirtschaft einen Wachstumsimpuls geben, indem die staatliche Nachfrage nach Rüstungsgütern die Produktion ankurbeln und neue Arbeitsplätze schaffen könnte. Studien zeigen jedoch, dass der Fiskalmultiplikator für Rüstungsausgaben möglicherweise bei höchstens 0,5 oder sogar bei null liegt, was bedeutet, dass ein Euro mehr für militärische Ausgaben bestenfalls 50 Cent zusätzliche Wirtschaftsleistung erzeugt oder keinen Effekt auf das BIP hat.
Globale Trends und Herausforderungen
Angesichts der aktuellen Entwicklungen zeigt sich, dass nicht nur Europa, sondern auch andere Länder wie China ihre Rüstungsanstrengungen intensivieren. China hat in den letzten vier Jahren zehn nuklear angetriebene U-Boote in Dienst gestellt und überholt die USA in bestimmten Rüstungssektoren, insbesondere in der Marine. Diese Entwicklungen stellen die geopolitische Stabilität auf die Probe und fordern eine Neubewertung der militärischen Strategien weltweit. Während die russischen Streitkräfte vor massiven Herausforderungen stehen, hat der Westen, insbesondere Europa, die Gelegenheit, sich militärisch neu aufzustellen und strategische Partnerschaften zu stärken.
Insgesamt zeigt sich, dass die militärischen Ausgaben und die damit verbundenen Strategien in Europa und darüber hinaus in einem dynamischen Wandel sind. Die Herausforderungen, die sowohl die Ukraine als auch Russland und andere Länder betreffen, erfordern eine kontinuierliche Beobachtung und eine flexible Reaktion auf die sich verändernde geopolitische Landschaft.