In Deutschland kämpfen viele Jugendliche mit einer Vielzahl von belastenden Gefühlen. Themen wie Selbstwertprobleme, Druck, Ängste, familiäre Herausforderungen und Einsamkeit sind für viele junge Menschen Realität. Insbesondere die mentale Gesundheit gewinnt zunehmend an Bedeutung, doch viele wissen nicht, wie sie damit umgehen oder wo sie Hilfe finden können. Um dem entgegenzuwirken, haben UNICEF Deutschland und Ströer eine Mitmachkampagne ins Leben gerufen, die sich an Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren richtet. Diese Kampagne, die gemeinsam mit Jugendlichen aus dem UNICEF-Juniorbeirat entwickelt wurde, zielt darauf ab, das Bewusstsein für mentale Gesundheit zu schärfen und Jugendlichen eine Plattform zu bieten, um über ihre Gefühle zu sprechen. Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, hebt die zentrale Rolle der mentalen Gesundheit für das Wohlergehen von Kindern und Jugendlichen hervor.

Im Rahmen der Kampagne #fühlICH können Jugendliche anonym ihre Gefühle über ein digitales Stimmungsbarometer mitteilen, das über QR-Codes auf Ströer-Medien zugänglich ist. Diese Initiative wird bundesweit auf digitalen Ströer-Infoscreens und online ausgestrahlt. Aktuelle Daten zeigen einen besorgniserregenden Anstieg von Einsamkeit und psychischen Belastungen unter Jugendlichen in Deutschland, wobei besonders Mädchen betroffen sind: 26% der 13-jährigen Mädchen und 32% der 15-jährigen Mädchen berichten von Einsamkeit. Es ist wichtig zu verstehen, dass viele Jugendliche nicht allein sind und Hilfe suchen können.

Die Dimension des Problems

Die Herausforderungen, mit denen Jugendliche konfrontiert sind, sind nicht neu, aber sie werden zunehmend dringlicher. Eine neue Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, dass die Kosten psychischer Erkrankungen in Deutschland jährlich knapp 150 Milliarden Euro betragen. Michael Hüther, Direktor des IW, weist darauf hin, dass die Hälfte aller psychischen Erkrankungen vor dem 15. Lebensjahr und etwa drei Viertel vor dem 25. Lebensjahr auftreten. Die Corona-Pandemie hat die Lage zusätzlich verschärft, auch wenn sich die Situation seither etwas verbessert hat.

Über 20% der Kinder und Jugendlichen zeigen psychische Auffälligkeiten. Besonders betroffen sind junge Menschen aus sozial schwächeren Familien und Mädchen. Die Bundesschülerkonferenz (BSK) hat einen Zehn-Punkte-Plan zur Verbesserung der Situation entwickelt, der unter anderem mehr Personal in der Schulsozialarbeit und bessere Schulstrukturen fordert. Kritiker betonen, dass dringendere Maßnahmen erforderlich sind, um den wachsenden Herausforderungen gerecht zu werden.

Ein besorgniserregender Trend

Der DAK-Jugendreport zeigt zudem einen alarmierenden Anstieg psychischer Erkrankungen bei Jugendlichen, insbesondere bei Mädchen. Die Hauptursachen sind vielfältig und reichen von der Corona-Pandemie über die Klimakrise bis hin zu gesellschaftlichem Druck und Zukunftsängsten. So sind 66,5 von 1.000 versicherten Mädchen im Alter von 15 bis 17 Jahren wegen Angststörungen in Behandlung, was auf einen Anstieg der Angststörungen um 53% im Vergleich zu 2019 hinweist. Die Zahl der Mädchen mit chronischen Angststörungen hat sich verdoppelt, während die Behandlungszahlen für Depressionen und Essstörungen ebenfalls stark gestiegen sind.

Experten fordern mehr Präventions- und Unterstützungsangebote in Schulen, Kitas und Jugendzentren, um den Bedürfnissen der Jugendlichen gerecht zu werden. Nele Vogel, eine Betroffene, betont die Dringlichkeit, das Thema psychische Gesundheit im Unterricht zu behandeln und mehr Aufmerksamkeit von der Politik zu fordern.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Kampagne #fühlICH von UNICEF und Ströer ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist, um Jugendlichen eine Stimme zu geben und sie zu ermutigen, über ihre Gefühle zu sprechen und Hilfe zu suchen. Angesichts der aktuellen Herausforderungen ist es unerlässlich, die mentale Gesundheit von jungen Menschen in den Fokus zu rücken und entsprechende Unterstützungsangebote zu schaffen. Weitere Informationen zur Kampagne finden Sie auf der UNICEF-Website.