Heute ist der 11.02.2026 und die Nachrichten aus der deutschen Automobilindustrie sind alarmierend. Im Jahr 2025 wurden zehntausende Stellen abgebaut, was auf eine tiefgreifende Krise hinweist. Laut vorläufigen Daten des Verbands der Automobilindustrie (VDA) waren zu diesem Zeitpunkt 726.000 Menschen in der Branche beschäftigt. Dies entspricht einem Rückgang von knapp 47.000 Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr. Eine Umfrage des VDA ergab, dass fast zwei Drittel der befragten Unternehmen im vergangenen Jahr Stellen abgebaut haben. Zudem plant fast jedes zweite Unternehmen aktuell weitere Arbeitsplatzreduzierungen. VDA-Chefin Müller äußerte, dass Deutschland eine massive Standortkrise habe, die dringend angegangen werden müsse. Die Nachricht wurde am 11.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet und ist hier nachzulesen: Deutschlandfunk.
Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig. Müller macht vor allem die Kosten und Bürokratie für die Entwicklung verantwortlich. In Deutschland sind die Energiepreise erheblich gestiegen: Gas ist teurer als in China und den USA, und die Strompreise sind bis zu dreimal so hoch. Diese hohen Steuer- und Arbeitskosten sowie langsame Verfahren setzen die Unternehmen unter Druck. Der VDA fordert die Bundesregierung auf, sich in Brüssel für Entlastungen einzusetzen, insbesondere bei den Klimavorgaben. Müller betont, dass die technologische Öffnung von der EU praktisch ermöglicht werden müsse, um den Unternehmen Planungssicherheit zu geben.
Herausforderungen und Perspektiven
Die Unzufriedenheit mit den aktuellen Vorschlägen zur CO2-Minderung ist ebenfalls ein großes Thema. Änderungen der Ziele werden als unzureichend empfunden und bieten keine echte Entlastung. Hintergrund ist der Kommissionsvorschlag zur Lockerung des faktischen Endes neuer Verbrenner bis 2035, bei dem die CO2-Flottenemissionen um 90 Prozent sinken sollen. Zusätzliche Vorgaben für Emissionen, etwa durch grünen Stahl oder klimaneutrale Kraftstoffe, sowie strengere Regeln für Flottenbetreiber sind ebenfalls im Gespräch. Müller fordert eine echte Technologieoffenheit, einschließlich Elektroautos, Plug-in-Hybriden und modernen CO2-neutralen Kraftstoffen.
Eine weitere besorgniserregende Tatsache ist die unklare Wertschöpfung in Deutschland. Während die deutsche Autoindustrie weiterhin Autos bauen wird, bleibt die Standortfrage offen. Rund 70 Prozent der Arbeitsplätze in der Branche hängen am Export, was die Situation zusätzlich prekär macht. Müller spricht sich gegen die EU-Abschottungspläne aus; offene Märkte sind für die exportstarke Branche zentral. Trotz der Herausforderungen bleibt die Automobilindustrie die zweitgrößte Industriebranche in Deutschland, mit 721.400 Beschäftigten, was den tiefsten Stand seit Ende des zweiten Quartals 2011 darstellt.
Allgemeine Trends im Verarbeitenden Gewerbe
Die Situation in der Automobilindustrie ist jedoch nicht isoliert. Eine Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 20. November 2025 zeigt, dass der Rückgang der Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe insgesamt bei 120.300 oder 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr liegt. Besonders betroffen ist die Automobilindustrie, die einen Rückgang um 48.700 Beschäftigte oder 6,3 Prozent verzeichnet. Auch in anderen großen Industriebranchen sind Rückgänge zu verzeichnen, wie in der Metallerzeugung und -bearbeitung, der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten sowie der Kunststoffindustrie.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Herausforderungen für die deutsche Automobilindustrie und das verarbeitende Gewerbe insgesamt enorm sind. Die Branche braucht dringend Lösungen, um die anhaltende Krise zu bewältigen und die Arbeitsplätze zu sichern. Weitere Informationen und Hintergründe finden Sie in der ausführlichen Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes: Destatis.