Immer mehr junge Erwachsene in Deutschland stehen vor enormen Herausforderungen, wenn es um ihre mentale Gesundheit geht. Eine aktuelle Studie von Sapien Labs, die auf Daten von rund einer Million Menschen in 84 Ländern basiert, zeigt, dass über 40% der 18- bis 34-Jährigen in Deutschland von psychischen Problemen betroffen sind, die klinisch behandelt werden müssen. Diese besorgniserregenden Zahlen machen deutlich, dass die Krise der mentalen Gesundheit bei jungen Menschen sich von Generation zu Generation verschärft. Laut der Studie sind die Hauptursachen für diese Krise vor allem hoch verarbeitete Lebensmittel und die exzessive Nutzung von Smartphones.
Frühere Generationen konnten sich über ein deutlich höheres Wohlbefinden freuen, während junge Erwachsene heute zunehmend unter Depressionen, Angstzuständen und Schwierigkeiten in der emotionalen Kontrolle, in Beziehungen und bei der Konzentration leiden. Der Mind Health Quotient (MHQ) – ein neu entwickelter Maßstab zur Bewertung der mentalen Gesundheit – zeigt, dass junge Erwachsene in Deutschland im Durchschnitt nur einen Wert von 36 erreichen, wohingegen Personen ab 55 Jahren stabil um die 100 punkten. Die Studie identifiziert vier zentrale Faktoren, die die mentale Gesundheit beeinflussen: familiäre Bindungen, Spiritualität, Smartphone-Nutzung und den Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel.
Vergleich zwischen Deutschland und Afrika
Während junge Menschen in Deutschland und anderen wohlhabenden Regionen wie den USA, Kanada und Europa unter signifikanten psychischen Problemen leiden, schneiden ihre Altersgenossen in ärmeren afrikanischen Ländern wie Ghana, Nigeria und Kenia besser ab. Diese Länder zeigen stärkere spirituelle Bindungen und eine geringere Nutzung von Smartphones in der Kindheit. So belegt Deutschland in der genannten Studie den 71. Platz von 84 Ländern, während Ghana den ersten Platz einnimmt. Zwei Drittel der jungen Erwachsenen in Deutschland konsumieren regelmäßig hoch verarbeitete Lebensmittel, was in direktem Gegensatz zu den Ergebnissen in vielen afrikanischen Ländern steht, wo der Konsum deutlich geringer ist.
Ein weiterer besorgniserregender Aspekt ist, dass der Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel in den letzten 15 Jahren gestiegen ist und mit 15 bis 30 Prozent der weltweiten psychischen Krankheitslast in Verbindung gebracht wird. Trotz erheblicher Investitionen in die psychische Gesundheitsversorgung hat sich die Situation nicht verbessert. Das Robert Koch-Institut (RKI) hebt hervor, dass über die Hälfte aller psychischen Probleme in der Kindheit, Jugend und im frühen Erwachsenenalter entstehen.
Der Handlungsbedarf ist klar
Die JEPSY-Studie des RKI, die im Sommer 2024 durchgeführt wird, fokussiert sich auf die Ressourcen und Kompetenzen zur Prävention psychischer Probleme bei Personen im Alter von 16 bis 25 Jahren. Es ist von zentraler Bedeutung, dass mehr Aufmerksamkeit auf die psychische Gesundheit dieser Altersgruppe gelegt wird, um die besorgniserregenden Trends zu stoppen. Das nationale Gesundheitsziel „Gesund aufwachsen“ unterstreicht die Dringlichkeit von Präventionsmaßnahmen.
Insgesamt zeigt die aktuelle Situation, dass junge Erwachsene in Deutschland dringend Unterstützung benötigen. Es gilt, die Ursachen dieser Krise zu erkennen und strukturelle Veränderungen herbeizuführen, um ein besseres Umfeld für die mentale Gesundheit zu schaffen. Nur so kann gewährleistet werden, dass zukünftige Generationen nicht unter den gleichen Herausforderungen leiden müssen.