Im Landkreis Görlitz hat das Krankenhaus Ebersbach-Neugersdorf zum Jahresende 2024 seinen Kreißsaal geschlossen. Der letzte Neugeborene, der dort auf die Welt kam, heißt Bruno Peter und wurde am 31. Dezember um 0:27 Uhr geboren. Ab Neujahr konzentriert sich die Entbindungs- und Wochenstation auf das Krankenhaus Zittau, das zusammen mit Ebersbach zum Klinikum Oberlausitzer Bergland gehört. Im Jahr 2022 wurden in Ebersbach insgesamt 243 Kinder geboren, während Zittau 225 Geburten, darunter vier Zwillingsgeburten, verzeichnen konnte.

Die Geburtenzahlen in der Region zeigen einen Rückgang: Im Jahr 2023 fanden an beiden Standorten insgesamt 555 Geburten statt, was einen Rückgang im Vergleich zu 2022 mit 658 Geburten darstellt. Im Städtischen Klinikum Görlitz hingegen gab es im Jahr 2024 ein geringfügiges Plus von 590 Geburten, was 20 mehr als im Vorjahr sind, jedoch weiterhin weniger als die 604 Geburten im Jahr 2022. In Görlitz wurden 12 Zwillinge geboren und es gab eine Verteilung von 308 Mädchen und 294 Jungen. Der Anstieg der Geburten in Görlitz wird teilweise auf die Schließung des Kreißsaals in Weißwasser und Unsicherheiten am Ebersbacher Krankenhaus zurückgeführt.

Beliebte Babynamen in der Oberlausitz

In der Oberlausitz erfreuen sich die Jungennamen Oskar, Bruno und Henry großer Beliebtheit. Bei den Mädchennamen führen in Görlitz Amelie, Charlotte, Emilia, Emma, Ida, Lea, Leni, Lina, Lotte, Maria und Martha, die alle viermal vergeben wurden. In Niesky wurden bis Mitte Dezember 48 Neugeborene registriert, wobei Ida der beliebteste Mädchennamen mit zwei Vergaben war. In Löbau kamen 87 Neugeborene zur Welt, mit Melina als häufigstem Vornamen (dreimal vergeben). In Zittau wurden 111 Neugeborene verzeichnet, wobei Emma (viermal) und Moritz sowie Theo (je viermal) die beliebtesten Namen waren. In Bautzen war Karl der häufigste Jungenname (neunmal), gefolgt von Emil (sechsmal) und Oskar, Arthur, Luis (je fünfmal). In Kamenz wurde Lilly am häufigsten vergeben (siebenmal), gefolgt von Mia (fünfmal) und mehreren anderen Namen (je dreimal).

Während im Landkreis Görlitz die Geburtenzahlen rückläufig sind, wird von der Elternorganisation Mother Hood e.V. im Jahr 2024 ein Rückgang der Geburtsstationen um vier Prozent erwartet. Bis September 2024 haben bereits 22 Geburtsstationen geschlossen oder ihre Schließung angekündigt. Mother Hood e.V. rechnet mit insgesamt 25 Schließungen bis Ende 2024, was etwa vier Prozent der rund 600 bestehenden Geburtsstationen entspricht. Diese Schließungen werden als Teil einer anstehenden Krankenhausreform und dem Ziel von weniger Geburtsstationen interpretiert, was die Versorgungsqualität beeinträchtigt und zu weniger Wahlmöglichkeiten sowie Überlastung in verbleibenden Kliniken führt.