In Kieselbach arbeiten die „Optimisten“ an der Modernisierung der traditionellen Tracht, um diese attraktiver und alltagstauglicher zu gestalten. Ziel ist es, die charakteristischen Merkmale der alten Tracht zu bewahren und gleichzeitig praktische Anpassungen vorzunehmen. Zu den wichtigsten Aspekten gehört die Erhöhung des Tragekomforts, sodass auch jüngere Generationen angesprochen werden.
In Zusammenarbeit mit Landfrauen und Kirmesmädchen finden regelmäßige Treffen statt, um über die neuen Designideen zu diskutieren. Schneiderin Anke Neuhaus aus Tiefenort setzt einige dieser Ideen in Stoff um. Ein Prototyp von Diana Engelhardt zeigt bereits moderne Details, bleibt aber problemlos im traditionellen Rahmen. So umfasst das Design beispielsweise einen Rock mit Reißverschluss und einer zusätzlichen Innentasche für das Handy. Diese Neuerungen werden durch die Erhaltung der klassischen Rockform ergänzt: Ein glattes Stück vorn und stark gekräuselte Elemente hinten.
Moderne Ansätze für die Tracht
Die Bluse wurde ebenfalls überarbeitet und weist verdeckte Knöpfe auf, um einen besseren Sitz zu gewährleisten. Der längere Schnitt der Bluse soll den Tragekomfort erhöhen. Ein weiteres Ziel der „Optimisten“ ist es, die Tracht als modulare Kleidung zu gestalten, die sich gut mit moderner Kleidung, wie Jeans oder einer Lederjacke, kombinieren lässt. Um den Pflegeaufwand zu minimieren, sollen pflegeleichte Stoffe verwendet werden, die maschinenwaschbar und knitterfrei sind. Zudem wird ein Papier-Schnittmuster erstellt, das für verschiedene Größen variiert werden kann, um alle Einwohner von Kieselbach einzubeziehen.
Ein wichtiger Aspekt des Projekts ist auch die Suche nach passenden Accessoires, wie beispielsweise Rosentüchern und maschinell gestickten Rosenborten. Auch Alternativen zu traditionellen Trachtenschuhen und -strümpfen wurden bereits gefunden. Bei diesem Vorhaben wurde kürzlich beim ostdeutschen Engagement-Wettbewerb „Machen“ ein Preisgeld von 5.000 Euro gewonnen. Das nächste Projekt der Gruppe wird die Entwicklung einer Herrentracht sein; historische Elemente wie Ziegenlederhosen und bestickte Hosenträger sollen dabei berücksichtigt werden.
Zusätzlich wird angemerkt, dass viele Kieselbacher keine eigene Tracht mehr besitzen. Der Trend zeigt, dass immer mehr Menschen zur Kirmes im Dirndl erscheinen, da dieses günstig, pflegeleicht und einfach zu tragen ist. Im Gegensatz dazu ist die historische Kieselbacher Tracht oft kompliziert anzuziehen und nicht alltagstauglich. Eine Gruppe von Optimisten plant nun, zusammen mit Interessierten und Brauchtumspflegern, eine neue Tracht 2.0 zu kreieren, die sich an der historischen Tracht orientiert und auch pflegeleichte Stoffe verwendet. Initiatoren bitten um Ideen und Vorschläge von der Gemeinschaft, während das Projekt sich noch in der Anfangsphase befindet. Updates werden über die üblichen Kanäle kommuniziert, wie MDR berichtete und auch Optimisten Kieselbach weiterführend darlegte.