Am 22. Februar 2026 berichtete der Deutschlandfunk über die aktuellen Herausforderungen im deutschen Sport und die Forderungen des Lobbyvereins „Athleten Deutschland“ nach dringend benötigten Reformen. Trotz der beeindruckenden Bilanz von 26 Medaillen bei den Olympischen Winterspielen, wo das deutsche Team den fünften Platz im Medaillenspiegel belegte, wird die Kritik an der Spitzensportförderung laut. Die Stellungnahme von „Athleten Deutschland“ hebt hervor, dass es Defizite gibt, insbesondere in Bezug auf zersplitterte Zuständigkeiten, steigende Kosten und Nachwuchsmängel.
Der Geschäftsführer des Vereins, Johannes Herber, bezeichnet das geplante Sportfördergesetz mit der neu eingerichteten Spitzensportagentur als ersten Schritt in die richtige Richtung. Es ist von großer Bedeutung, dass die Bundesregierung zentrale Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einlöst, unter anderem den Ausbau der sozialen Sicherung und eine Erhöhung der Basisförderung. Orgeldinger, Vorständin der Stiftung Deutsche Sporthilfe, kritisiert das Tempo der Reformen und betont, dass strukturelle Fragen nicht erst im nächsten Olympiazyklus angegangen werden sollten.
Strukturreformen im Sport
Die geplante Leistungssportagentur, die 2027 starten soll, wird als ein wichtiger Bestandteil der Reformen angesehen. Während die Olympischen Sommerspiele 2028 in Los Angeles bevorstehen, hat die Sporthilfe bereits Maßnahmen ergriffen, um weniger Athleten individueller, aber besser zu fördern. Orgeldinger weist darauf hin, dass Erfolgschancen auch durch die Entwicklung weiterer Wintersportarten gefördert werden können.
Die Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein (CDU) äußert, dass Deutschland den eigenen Ansprüchen nicht gerecht geworden ist und dass man bei Olympischen Winterspielen zu den Top-3-Nationen sowie im Sommer zu den besten fünf gehören möchte. Thomas Weikert, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, lobt zwar das Abschneiden, sieht jedoch auch dringenden Handlungsbedarf in den Fachbereichen.
Finanzielle Herausforderungen für Athleten
Der deutsche Sport befindet sich jedoch in einem Abwärtstrend, was die Bundesregierung dazu veranlasst, ein neues Gesetz zur Verbesserung der Situation zu planen. Athleten wie die Eisschnellläuferin Sophie Warmuth suchen kreative Wege zur Finanzierung, darunter auch die Idee eines Nacktkalenders. Viele Athleten sind unter finanziellem Druck, trotz hoher sportlicher Erwartungen. Marathonläuferin Fabienne Königstein bringt die Diskrepanz zwischen professionellen Ansprüchen und der finanziellen Unterstützung zur Sprache.
Für die Athleten, die Sportförderstellen bei der Bundeswehr oder Polizei haben, gibt es ein geregeltes Gehalt, das etwa 25% der Kadersportler betrifft. Der Rest der Athleten erhält von der Sporthilfe einen monatlichen Zuschuss von 700 bis 800 Euro, was oft nicht ausreicht, um die Lebenshaltungskosten zu decken. Der Bund verteilt Fördergelder an Sportverbände basierend auf deren Erfolg und Potenzial, was oft zu Ungleichheiten führt.
Ein Blick auf die Zukunft
Die Gründung einer unabhängigen Spitzensport-Agentur zur Verteilung der Gelder wird als notwendiger Schritt angesehen, um die finanziellen Mittel zielgerichteter zu gestalten. Top-Athleten sollen erstmals direkt mit Bundesmitteln unterstützt werden, auch wenn die Details zur Verteilung der Gelder im aktuellen Entwurf noch nicht enthalten sind. Politisch ist der Vorschlag weitgehend unstritten, jedoch gibt es Bedenken bezüglich möglicher Bürokratie.
Ein Blick auf die Olympischen Spiele in Paris 2024 zeigt, dass Deutschland mit 12 Gold-, 13 Silber- und 8 Bronzemedaillen nur den zehnten Platz im Medaillenspiegel belegte, das schlechteste Ergebnis seit der Wiedervereinigung. Diese Entwicklungen verdeutlichen die Notwendigkeit, das Fördersystem zu reformieren, um das Potenzial der Athleten besser zu entwickeln. Die Forderungen nach einem leistungsfähigen Fördersystem für Höchstleistungen sind unüberhörbar, und auch die Athleten selbst wünschen sich ein Mindestmaß an sozialer und materieller Absicherung.
Insgesamt zeigt sich, dass die deutsche Sportlandschaft vor großen Herausforderungen steht, aber auch die Chance hat, durch strukturelle Reformen und eine bessere finanzielle Unterstützung wieder zu alter Stärke zurückzufinden. Für weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen im deutschen Sport können Sie die vollständigen Berichte auf Deutschlandfunk, ZDF Heute und Tagesschau nachlesen.