Am 6. März 2026, inmitten einer dynamischen globalen Wirtschaft, steht Deutschland vor einer Herausforderung, die sich aus dem neuen Fünfjahresplan Chinas ergibt. Bei einem kürzlichen Besuch in Peking, der von Friedrich Merz, dem deutschen Kanzler, durchgeführt wurde, wurde deutlich, dass die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und China auf dem Prüfstand stehen. Merz besuchte China, ohne eine tiefe Verbeugung zu machen, was symbolisch für die angespannten Handelsbeziehungen stehen könnte. Deutschland bleibt zwar die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt mit einem Bruttoinlandsprodukt von 5.100 Milliarden Dollar, jedoch klafft ein enormer Abstand zu China, dessen BIP mittlerweile bei 19.500 Milliarden Dollar liegt.

Der 15. Fünfjahresplan, der in Peking verabschiedet wurde, zielt darauf ab, den Abstand zu China voraussichtlich weiter zu vergrößern. Während Europa nach wie vor ein lukrativer Markt für China bleibt, hat die Bedeutung des europäischen Marktes in den letzten 15 Jahren abgenommen. Experten der Rhodium Group äußern Skepsis, dass Deutschland in naher Zukunft wieder Anschluss an den chinesischen Markt finden kann. Die Verbraucherpräferenzen in China verschieben sich zunehmend in Richtung einheimischer Unternehmen, was durch die chinesischen Behörden gefördert wird. So müssen bestimmte Produkte bereits zu 100 Prozent „Made in China“ sein, insbesondere sicherheitsrelevante Technologien.

Strategische Ausrichtung des Fünfjahresplans

Der neue Fünfjahresplan wird einen stärkeren Fokus auf den Technologiesektor legen, um der US-Vormachtstellung entgegenzuwirken. In diesem Zusammenhang plant China massive Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E), die bis 2024 auf 507,6 Milliarden USD steigen sollen. Ein weiteres Ziel ist es, eine technologische Autarkie zu erreichen und sich von westlichen Lieferketten abzukoppeln. Die chinesische Regierung hat bereits Lokalisierungsquoten für strategische Sektoren, wie beispielsweise 50 % bei Halbleitern, eingeführt.

In Deutschland befürchtet man sinkende Exporte und einen steigenden Importdruck, der insbesondere Schlüsselindustrien wie Maschinenbau, Chemie und Automobil bedroht. So wird ein Rückgang der Exporte in der Automobilindustrie um 36 % nach China prognostiziert, während die Exporte im Maschinenbau um 11 % sinken könnten. Gleichzeitig drängen chinesische Elektrofahrzeuge verstärkt auf den europäischen Markt, oft zu niedrigeren Preisen, was den Druck auf die heimische Industrie weiter erhöht.

Handlungsempfehlungen für Deutschland

Merz forderte einen fairen Wettbewerb und den Abbau marktverzerrender Subventionen, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie zu sichern. Eine Politikempfehlung für Deutschland wäre es, von einem naiven Freihandelsdenken zu einem pragmatischen De-Risking überzugehen, um die Standortbedingungen zu stärken. Die geopolitische Emanzipation Europas als „Middle Ground Power“ könnte eine strategische Antwort auf die Herausforderungen bieten, die durch Chinas Fünfjahrespläne entstehen.

Die Umsetzung dieser Empfehlungen könnte es Deutschland ermöglichen, in Nischenmärkten, insbesondere im Bereich hochspezialisierter Technologien und Dekarbonisierung, neue Chancen zu ergreifen. Gleichzeitig wird die Notwendigkeit betont, die eigene industrielle Basis durch Innovation und Hightech zu stärken und sich auf die Herausforderungen der kommenden Jahre vorzubereiten.

Ein langfristiger Blick auf die Beziehungen

Insgesamt wird die Verabschiedung des neuen Fünfjahresplans durch den Nationalen Volkskongress im März 2026 als entscheidend für die zukünftige Entwicklung der chinesischen Wirtschaft angesehen. China strebt an, seine industrielle Basis durch Innovation und technologische Eigenständigkeit zu stärken. Die geplanten Maßnahmen umfassen unter anderem eine Modernisierung klassischer Sektoren sowie die Förderung neuer Industriezweige, wie grüne Technologien und künstliche Intelligenz.

Die Beziehungen zwischen Deutschland und China werden sich in den kommenden Jahren erheblich verändern müssen, um den neuen Rahmenbedingungen gerecht zu werden. Die Herausforderungen, die sich aus Chinas ambitionierten Plänen ergeben, erfordern von der deutschen Wirtschaft ein Umdenken und eine Anpassung an die neuen globalen Gegebenheiten. Weitere Informationen zu dieser Thematik finden Sie in den detaillierten Analysen der Rheinischen Post, Martina Kaessler und Germany Trade & Invest.