In einer angespannten geopolitischen Lage haben Deutschland, Frankreich und Großbritannien einen deutlichen Appell an den Iran gerichtet. In einer gemeinsamen Erklärung, die am 2. März 2026 in Berlin veröffentlicht wurde, fordern Bundeskanzler Friedrich Merz, Präsident Emmanuel Macron und Premier Keir Starmer den Iran auf, seine Raketenangriffe auf Länder im Nahen Osten zu stoppen. Diese Angriffe wurden als „wahllos und unverhältnismäßig“ bezeichnet und die deutsche Regierung betont das Recht zur Selbstverteidigung ihrer Soldaten in der Region.
Die Erklärung beinhaltet die Absicht, militärische Defensivmaßnahmen zu ergreifen, um die Fähigkeit des Iran zur Abfeuerung von Raketen und Drohnen zu zerstören. Darüber hinaus wird eine enge Zusammenarbeit mit den USA und anderen Verbündeten in der Region in Aussicht gestellt. Besonders alarmierend ist, dass die iranischen Angriffe nicht nur gegen Länder gerichtet sind, die an der ursprünglichen militärischen Operation der USA und Israels beteiligt waren, sondern auch gegen solche, die sich aus dem Konflikt heraushalten.
Militärische Entwicklungen und internationale Reaktionen
Die Situation eskaliert weiter, da britische Jets erfolgreich iranische Angriffe vereitelt haben. Starmer hebt hervor, dass die einzige Möglichkeit, die Bedrohung zu stoppen, in der Zerstörung der Raketen an ihrer Quelle liege. Es ist zu beachten, dass Großbritannien nicht an offensiven Luftschlägen gegen den Iran beteiligt ist, jedoch den USA die Nutzung britischer Stützpunkte für Angriffe erlaubt. Militärstandorte mit deutschen Soldaten, unter anderem in Erbil (Nordirak) und Al-Asrak (Jordanien), wurden ebenfalls angegriffen, wobei die Soldaten vor Ort in Schutzbauten in Sicherheit gebracht wurden. Die Bundeswehr hat jedoch keine Informationen über die Angreifer preisgegeben.
Parallel zu diesen Entwicklungen haben die USA und Israel Angriffe auf den Iran gestartet, um eine potenzielle Bedrohung zu beseitigen. US-Präsident Donald Trump kündigte an, das Raketenarsenal Teherans zu zerstören und die Entwicklung einer Atomwaffe zu verhindern. In Reaktion auf die Situation haben Merz, Macron und Starmer betont, dass sie nicht an den Militärschlägen beteiligt sind, jedoch in Kontakt mit internationalen Partnern stehen. Sie verurteilten die iranischen Angriffe und forderten Teheran zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf.
Reaktionen der internationalen Gemeinschaft
Der UN-Sicherheitsrat wird auf Antrag Frankreichs zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen, um die Lage im Iran und im Nahen Osten zu beraten. Während CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter eine Berechtigung für den Angriff auf Iran sieht, warnt SPD-Vizekanzler Lars Klingbeil vor einer schwer zu kontrollierenden Dynamik in der Region. Die AfD fordert Zurückhaltung und den Schutz der Zivilbevölkerung, während Vertreter der Grünen und der Linken die Angriffe kritisieren und zur Diplomatie aufrufen.
Die EU hat eine Sondersitzung einberufen, um über den Iran-Konflikt zu beraten, obwohl ihr Einfluss auf Krieg und Frieden im Nahen Osten als limitiert eingeschätzt wird. Bundeskanzler Merz äußert, dass Appelle aus Europa wenig bewirken und dass man nicht bereit sei, Interessen militärisch durchzusetzen. In einer gemeinsamen Erklärung der 27 EU-Staaten wird die Besorgnis über die Entwicklungen im Iran und im Nahen Osten zum Ausdruck gebracht. Die EU plant zusätzliche Sanktionen und verstärkt ihren Militäreinsatz zur Sicherung der Handelsschifffahrt im Roten Meer und Golf von Aden, wobei Frankreich zwei zusätzliche Schiffe für die Operation „Aspides“ bereitstellt.
Insgesamt zeigt die aktuelle Lage, dass die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten weiterhin hoch sind und die internationale Gemeinschaft gefordert ist, eine Lösung zu finden. Angesichts der Vielzahl an Akteuren und der Komplexität der Situation bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickeln wird. Der UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk hat die Angriffe verurteilt und vor den Folgen für Zivilisten gewarnt, während die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Situation als „äußerst besorgniserregend“ bezeichnet.
Für weiterführende Informationen zu den aktuellen Entwicklungen im Iran und der Reaktion der internationalen Gemeinschaft lesen Sie die vollständigen Artikel auf Zeit, ZDF Heute und Tagesschau.