Der 27. Januar 2025 steht in Sachsen im Zeichen des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. An diesem Tag wird die Gedenkstätte Großschweidnitz eine bedeutende Veranstaltung ausrichten, die sich speziell den Opfern der NS-Krankenmorde widmet. Der Anlass findet zusätzlich Beachtung, da er mit dem 80. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau zusammenfällt.
Die Gedenkstätte hat es sich zum Ziel gesetzt, den mehr als 5.500 in der Landesanstalt ermordeten Menschen, darunter mehr als 1.600 in den finalen Kriegsmonaten 1945, einen Namen zu geben. Am Gedenktag wird eine neue Biografie über den zehnjährigen Gerhard Böhm vorgestellt. Der kleine Junge ist nur eines von vielen tragischen Beispielen, die die grausame Geschichte dieser Anstalt veranschaulichen. Die Vorstellung des Heftes findet im Rahmen der Gedenkveranstaltung am 27. Januar um 17 Uhr statt.
Gedenkveranstaltungen in Sachsen
In verschiedenen Städten Sachsens werden rund um den 27. Januar 2025 zahlreiche Veranstaltungen organisiert, um den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken. In Bautzen wird am selben Tag eine Kranzniederlegung am Gedenkstein für die Opfer des Außenlagers KZ Groß Rosen stattfinden. Chemnitz setzt bereits am 26. Januar mit einer Filmpremiere über den Auschwitz-Überlebenden Justin Sonder einen Fokus auf diese dunkle Epoche.
- Döbeln: Stadtrundgang und Buchvorstellung am 25. und 27. Januar.
- Dresden: Eröffnung einer Ausstellung und Gedenkfeier am 27. Januar.
- Leipzig: Gedenkveranstaltungen und Programm zum 80. Jahrestag der Auschwitz-Befreiung.
- Freiberg: Vortrag und Filmvorführung am 27. Januar.
- Wurzen und Zwickau: Weitere Gedenktage mit verschiedenen Aktivitäten, die an die Opfer erinnern.
Erinnerung und Verantwortung
Der Gedenktag hat für viele eine über den historischen Rahmen hinausgehende Bedeutung. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble betont die Notwendigkeit, über Auschwitz zu sprechen und Menschenwürde sowie unveräußerliche Rechte zu achten. Gedenken ist heute mehr als Erinnern; es ist ein Appell zur Wachsamkeit und zum Schutz aller, die von Diskriminierung betroffen sind.
Auch heute berichten Zeitzeugen und deren Angehörige über die traumatischen Auswirkungen der NS-Zeit in ihren Familien. Ihr Engagement gibt der Erinnerung an die Opfer ein Gesicht, welches über die Jahre hinweg vermischt mit Schicksalen von heute, weitergetragen werden muss.Volksbund hebt hervor, dass es weiterhin wichtig ist, die Geschichten der lange marginalisierten Opfergruppen in den Vordergrund zu stellen.
Die Gedenkveranstaltung in Großschweidnitz schließt mit einem gemeinsamen Gedenken auf dem Anstaltsfriedhof, geleitet von der Krankenhausseelsorgerin Ines Mory. Bei einem kleinen Imbiss nach der Zeremonie wird den Teilnehmern die Gelegenheit gegeben, ins Gespräch zu kommen und Gedanken auszutauschen. Der Eintritt zu diesem bedeutungsvollen Gedenktag ist frei, um eine breite Teilnahme der Öffentlichkeit zu ermöglichen und die Erinnerung an die Opfer zu bewahren.