Heute ist der 20.02.2026 und die Situation der Gasspeicher in Deutschland sorgt für ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit. Der aktuelle Füllstand der Gasspeicher beträgt nur 21,64%, was einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr darstellt, als der Füllstand zu diesem Zeitpunkt noch bei 39,34% lag. Im Vergleich zu den letzten Jahren ist dieser Wert alarmierend, da das Minimum bei 31,99% lag. Dennoch äußern Experten, wie Jochen Linßen vom Forschungszentrum Jülich, dass die Kapazitäten für zwei bis drei Monate ausreichen könnten, sofern die Importsituation stabil bleibt. Die Erdgasnachfrage wird in Deutschland zu etwa einem Viertel aus den Speichern gedeckt, während der Rest durch Importe und heimische Förderung sichergestellt wird. Mehr dazu hier.

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt, dass der Füllstand der Gasspeicher 22% beträgt, was 26 Prozentpunkte unter dem Mittel der Jahre 2017 bis 2021 liegt. Die Gesamtkapazität der Gasspeicher in Deutschland beträgt 250 Terawattstunden, während der Gasverbrauch im Jahr 2024 fast 850 Terawattstunden erreicht hat, insbesondere im Winter. Gasspeicher sind entscheidend für die Deckung des zusätzlichen Winterverbrauchs, und im vergangenen Sommer wurde weniger Erdgas eingelagert, was auf geänderte Vorschriften zurückzuführen ist. Trotz der kritischen Situation sehen das Wirtschaftsministerium und die Bundesnetzagentur kein Risiko für Gasmangel. Mehr Informationen dazu hier.

Versorgungssicherheit und politische Abhängigkeiten

Die Versorgungssicherheit bleibt ein wichtiges Thema. Die Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche betont, dass die Versorgungslage gesichert ist und dass die Gefahr einer angespannten Gasversorgung als gering eingeschätzt wird. Kritiker hingegen warnen vor einer möglichen Abhängigkeit von US-Frackinggas, insbesondere da fast alle LNG-Lieferungen aus den USA stammen und etwa 10% der Gasimporte ausmachen. Der Hauptlieferant bleibt jedoch Norwegen, während die Eigenförderung in den Niederlanden sinkt. Hier erfahren Sie mehr darüber.

Die Gasspeicher in Deutschland fungieren als Puffer für das Energiesystem und gleichen saisonale Schwankungen aus. Sie sind entscheidend, um Spitzenlastzeiten im Winter zu bewältigen, wenn der Heizbedarf steigt. Sinkende Speicherfüllstände können jedoch zu Preiserhöhungen führen, da sie Ängste vor Engpässen schüren. Zudem gibt es gesetzlich festgelegte Mindestfüllstände, die sicherstellen sollen, dass die Versorgung auch in Krisenzeiten gewährleistet bleibt. Private Haushalte sind gesetzlich geschützt und können im Falle eines Gasmangels nicht einfach abgeschaltet werden.

Ausblick auf die kommenden Monate

Die Prognosen deuten auf eine stabile Versorgungslage für den Winter 2026 hin, solange der Füllstand der Gasspeicher über dem historischen Durchschnitt liegt. Die Tatsache, dass die Bundesregierung die Notfallstufe noch nicht ausgerufen hat und die Frühwarnstufe seit dem 1. Juli 2025 gilt, zeigt, dass die Lage momentan unter Kontrolle ist. Dennoch bleibt abzuwarten, wie sich die Speicherkapazitäten entwickeln und ob neue LNG-Terminals, die seit 2022 in Deutschland in Betrieb sind, eine tatsächliche Entlastung bringen können.