Thüringen ist am 1. Januar 2025 weitgehend friedlich ins neue Jahr gestartet. Während viele Menschen feierlich mit Familie, Freunden und in Restaurants den Jahreswechsel begingen, meldete die Polizei ein ähnliches Einsatzaufkommen wie im Vorjahr. Zwischen 18:00 und 4:00 Uhr registrierte sie insgesamt 91 Brände, 50 Verstöße beim Gebrauch von Pyrotechnik und 82 Körperverletzungsdelikte, die oftmals durch Alkohol bedingt waren.

Bei den Vorfällen gab es allerdings auch ernsthafte Verletzungen. Ein 28-Jähriger erlitt schwere Verbrennungen, als er einen Böller zündete. In Waltershausen wurden zwei Polizisten verletzt, einer davon erlitt ein Knalltrauma, als sie bei einem Widerstand intervenierten. Ein Polizeifahrzeug wurde in Weimar in Brand gesetzt, und in Dietzhausen richteten Raketen, die aus einer Gruppe von 50 bis 100 Menschen geworfen wurden, einen leichten Personenschaden an. In Leinefelde-Worbis verursachten Unbekannte mit Pyrotechnik einen Balkonbrand, der einen Schaden von 80.000 Euro anrichtete, glücklicherweise aber ohne Verletzte blieb. Auch für einen weiteren Vorfall in Siegmundsburg, bei dem ein Auto die Wand eines Wohnhauses durchbrach, gab es keine Verletzten. Der Fahrer, ein 30-Jähriger, wurde nach einer Suchaktion gefunden und es lagen keine Hinweise auf seine Fahruntüchtigkeit vor.

Die Debatte um Feuerwerksnutzung

Die Neujahrsmorgen-Aufräumarbeiten in Dresden begannen, während der Bundesverband für Pyrotechnik erneut die Debatte um den Umgang mit Feuerwerk anregte. Er argumentiert, dass legales Feuerwerk bei unsachgemäßer Verwendung nicht zu schweren Verletzungen oder Todesfällen führen könne. Der Verband spricht sich für den Erhalt und die sichere Verwendung von Feuerwerk aus. Verletzungen und Todesfälle seien vor allem auf selbstgebaute oder illegale Sprengkörper zurückzuführen. Vorstandsmitglied Schubert kritisierte die brandgefährlichen Basteleien und machte die Politik für unzureichende Maßnahmen gegen illegale Pyrotechnik verantwortlich.

In der Silvesternacht gab es bundesweit fünf Todesopfer durch Unfälle mit selbstgebauten Feuerwerkskörpern, und viele weitere Personen wurden verletzt. Die Deutsche Umwelthilfe zog am Neujahrstag eine „katastrophale Bilanz“ und wies auf die Feinstaubbelastung hin. Der Bundesgeschäftsführer Resch beschrieb den Jahreswechsel als „Nacht des Grauens“ für viele Menschen. Eine Gruppe von 30 Organisationen hat einen offenen Brief an Bundesinnenministerin Nancy Faeser unterzeichnet, in dem sie ein dauerhaftes Verbot von privat verkauftem und gebrauchten Feuerwerk zu Silvester fordert.

Das Bundesinnenministerium erklärte, dass ein bundesweites Totalverbot nicht verhältnismäßig sei, und dass es bereits Möglichkeiten gebe, das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände zu regulieren. Der Bundesverband für Pyrotechnik begrüßte diese Haltung, während der NABU ebenfalls ein Verbot von privatem Feuerwerk fordert, um die schädlichen Auswirkungen auf Wildtiere anzusprechen. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Handchirurgie appellierte zudem an die Bevölkerung, verantwortungsvoll mit Feuerwerk umzugehen, da besonders viele Menschen an Silvester Verletzungen an den Händen erleiden, oft unter Alkoholeinfluss.