Der Erfurter Weihnachtsmarkt, der als einer der schönsten Weihnachtsmärkte Deutschlands gilt und vor dem Dom sowie der Severikirche stattfindet, sieht sich in diesem Jahr mit erheblichen finanziellen Herausforderungen konfrontiert. Ein zentraler Streitpunkt sind die exorbitant gestiegenen GEMA-Gebühren, die infolge einer neuen Berechnungsgrundlage auf 84.000 Euro für die musikalische Untermalung anstiegen. Dies stellt eine Mehrbelastung von über 50.000 Euro im Vergleich zum ursprünglich eingeplanten Budget von 30.000 Euro dar.
Tobias Knoblich, der Kulturdezernent der Stadt, äußerte, dass diese GEMA-Gebühren in keinem angemessenen Verhältnis zum Budget stehen, was die Stadt erst kurz vor Beginn des Weihnachtsmarkts erfuhr. Da bereits Verträge mit Künstlern und Technikern abgeschlossen waren, war eine kurzfristige Anpassung nicht möglich. Folglich wurde das Bühnenprogramm stark gekürzt, was dazu führte, dass die Bühne an Montagen und Dienstagen komplett still blieb. Diese Kürzungen waren unumgänglich, um den Weihnachtsmarkt in seiner derzeitigen Form aufrechtzuerhalten.
Gebührenreduzierung der GEMA
Die Stadt Erfurt prüft weiterhin rechtliche Schritte gegen die GEMA, da die Berechnungsgrundlage der Gebühren als streitbar angesehen wird. Während die Stadt argumentiert, dass das Bühnenprogramm nur im Umfeld der Domstufen hörbar sei, basiert die Berechnung der GEMA auf dem gesamten Domplatz. Die GEMA vertritt in Deutschland rund 95.000 Musiker, Songwriter, Komponisten und Texter und erhebt Gebühren, wenn Musik öffentlich genutzt wird, beispielsweise bei Veranstaltungen. Im Jahr 2023 lizenzierten sie Musiknutzung auf etwa 4.000 Weihnachtsmärkten.