Coswig Guss steht vor erheblichen Herausforderungen. Das Unternehmen erzielt zwei Drittel seines Umsatzes im Ausland und sieht sich dennoch einem verschärften Wettbewerb durch asiatische Firmen ausgesetzt. Dario Kratzsch, der General Manager von Coswig Guss, erläutert, dass die Wirtschaftskrise und eine zurückhaltende Investitionsbereitschaft im Inland zu einem rückläufigen Geschäft führen. Zudem hat sich der Umsatz im Jahr 2024 auf etwa 43 Millionen Euro belaufen, was einen Rückgang von rund zehn Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. DieSachsen.de berichtet, dass hohe Energiekosten mit bis zu sechs Millionen Euro pro Jahr das Unternehmen belasten und die Preise für Walzen um zwölf Prozent seit den letzten drei bis vier Jahren in die Höhe getrieben haben.
Um den wirtschaftlichen Druck zu mindern, musste Coswig Guss 29 Stellen abbauen. Der jährliche Energiebedarf des Unternehmens beträgt etwa 55 Gigawattstunden, und die hohen Energiekosten dämpfen den Absatz der Produkte, die überwiegend in Fernost konkurrieren müssen. Ein Lichtblick könnte jedoch ein Hauptkunde in Indien sein, der plant, das gesamte Schienennetz zu sanieren, was potenziell neue Aufträge für Coswig Guss bedeuten könnte.
Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie
Die Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit sind nicht nur auf Coswig Guss beschränkt. Der deutsche Industriezweig leidet unter den höchsten Energiepreisen weltweit. Laut DIHK sind die Gaspreise in Deutschland bis zu siebenmal teurer als in anderen Ländern, während die Strompreise sogar bis zu fünfmal höher liegen als an konkurrierenden Standorten. Trotz gesunkener Börsenstrompreise steigen die Kosten für Unternehmen an, was viele dazu veranlasst, ihre Produktion ins Ausland zu verlagern.
Ein Viertel der Unternehmen in Deutschland denkt darüber nach, ihre Fertigung aufgrund der hohen Energiepreise einzuschränken oder gar abzuwandern. Dies könnte zu einem signifikanten Verlust an industrieller Kapazität führen und zahlreiche Arbeitsplätze gefährden. Die Verknappung des Energieangebots – bedingt durch den Atom- und Kohleausstieg ohne ausreichende neue Kapazitäten – stellt einen weiteren riskanten Faktor dar.
Forderungen nach Maßnahmen zur Kostensenkung
Um die Situation zu verbessern, richtet Coswig Guss einen Appell an die Politik. Der Vertriebsleiter bittet den FDP-Politiker Torsten Herbst, die Strom- und Gaskosten für Unternehmen zu senken und bürokratische Hürden abzubauen. Besonders problematisch sind die unterschiedlichen Vorschriften für Schwertransporte, die den Transport der Produkte, wie etwa einer 48 Tonnen schweren Hohlwelle für ein Windrad, erschweren.
Zusätzlich wird die Notwendigkeit hervorgehoben, den Ausbau von Interkonnektoren zu fördern, um den grenzüberschreitenden Stromhandel zu erleichtern. Die Integration einer nationalen CO2-Bepreisung in ein europäisches Emissionshandelssystem könnte als entscheidend angesehen werden, um die Wettbewerbsfähigkeit tätigkeitsrelevanter Industrien zu sichern und den Klimaschutz zu stärken.
Es bleibt abzuwarten, ob die politischen Entscheidungsträger die geforderten Maßnahmen schnell umsetzen werden, um den Herausforderungen, die sich insbesondere durch die hohen Energiekosten ergeben, effektiv zu begegnen.