Gertrud Winzer, die bedeutende Persönlichkeit hinter der Krabat-Mühle und ein zentraler Bestandteil der Gemeinde Schwarzkollm, ist im Alter von 84 Jahren verstorben. Winzer kam im Dezember 1940 in Kühnicht zur Welt und wuchs in Hoyerswerda auf. Kurz vor ihrem 19. Geburtstag heiratete sie und zog nach Schwarzkollm, wo sie zunächst in der Landwirtschaft tätig war und ein Agrarstudium begann. Später wurde sie Bereichsleiterin der Pflanzenproduktion.

Von 1978 bis 1996 war Winzer Bürgermeisterin von Schwarzkollm und setzte sich danach als Ortsvorsteherin unermüdlich für die Belange ihres Ortes ein. Ihre Hartnäckigkeit und ihr Witz trugen maßgeblich zum Erfolg des Projekts Krabat-Mühle bei, das sich zu einem bedeutenden Anziehungspunkt für Touristen entwickelte. Zudem war sie als Sorbenbeauftragte der Stadt Hoyerswerda tätig und erhielt 2016 das Bundesverdienstkreuz am Bande für ihre Verdienste. Die Brunnenplastik, die ihr nachempfunden ist, wurde 2019 enthüllt. Hoyerswerdas Oberbürgermeister Stefan Skora würdigte ihren unermüdlichen Einsatz für die Krabat-Mühle sowie für den Krabatfilm von 2008 und die Krabatfestspiele. Gertrud Winzer verstarb am 29. Dezember 2024, wie die Sächsische.de berichtete.

Die Krabat-Mühle als kulturelles Erbe

Die Krabat-Mühle ist eng verbunden mit der Figur des sorbischen Zauberers Krabat, die durch die Bücher von Otfried Preußler und Jurij Brězan sowie durch verschiedene Verfilmungen bekannt wurde. Krabat erlernte seine Zauberkünste in der Schwarzen Mühle von Schwarzkollm. In den frühen 1990er Jahren zogen viele Besucher, viele aus den alten Bundesländern, nach Schwarzkollm, um die damals noch als alte Scheune vorhandene Mühle zu sehen. Der Bau der neuen Schwarzen Mühle begann 2006, angestoßen durch Winzers Initiative und das Interesse der Besucher.

Zuvor, im Jahr 2005, wurde der Verein „Krabatmühle-Schwarzkollm e.V.“ gegründet, um die Mühle als kulturelles Angebot zu etablieren. Der Bau wurde im Sommer 2006 von über 100 Wandergesellen unterstützt. Neben der Mühle entstand 2008 das Gesindehaus und 2009 eine denkmalgeschützte Scheune aus Dubring. Der Mühlenturm mit Mühlentechnik und Wasserrad ist ebenfalls Teil des Projekts. Zu den Einrichtungen gehören zudem eine Toilettenanlage, ein Parkplatz sowie eine Gaststätte für die Besucher. Die Premiere des Kinofilms „Krabat“ im Jahr 2008 stellte einen weiteren Anstieg der Besucherzahlen dar. 2012 wurden über 33.000 Gäste aus Deutschland und anderen Ländern gezählt, während diese Zahl 2016 auf rund 40.000 stieg, wie Hoyerswerda.de berichtete.