Am 12. Januar 2025 schließt Arturo Gevorgyan (54) nach dreieinhalb Jahren sein Café „Café Chérie“ im Erdgeschoss des Kaufhauses Galeria Karstadt in Dresden. Der letzte Öffnungstag ist für Sonntag angekündigt. Das Café bot mit 50 Plätzen eine einladende Atmosphäre, die an französische Cafés erinnerte, mit eleganten, weißen und gläsernen Stühlen. Gästen standen handgemachte Macarons, Törtchen mit Pistaziencreme sowie Eis zur Verfügung. Zudem konnten sie Prosecco, Champagner und Kaffee genießen. Gevorgyan nennt als Grund für die Schließung die stark gestiegenen Kosten.
Mitarbeiterin Simone Noack (64) serviert heute noch die letzten Törtchen in dem beliebten Café. Arturo Gevorgyan plant jedoch, die Patisserie-Kunstwerke weiterhin im „Classico Italiano“ auf dem Neumarkt anzubieten, das ebenfalls von ihm betrieben wird.
Haushaltsnot und politische Proteste
Zuvor sorgte Gevorgyan mit einer provokanten Aktion für Aufsehen: In seinem Restaurant „Classico Italiano“ hängte er plakatartige Schilder mit der Aufschrift „Grüne Politiker haben Hausverbot“ auf. Dieser Protest richtet sich gegen die dramatisch gestiegenen Strompreise, die ihn als Gastwirt erheblich belasten. Gevorgyan gibt an, monatliche Stromkosten von etwa 20.000 Euro nicht länger tragen zu können.
Er betont, dass das Hausverbot lediglich für politische Vertreter der Grünen gilt und nicht für deren Wähler. Thomas Löser, ein Politiker der Grünen, reagierte auf Gevorgyans Aktion und zeigt Verständnis für die finanziellen Schwierigkeiten der Gastronomiebetriebe nach der Corona-Pandemie. Löser merkt an, dass ein solches Hausverbot in einer Demokratie unangemessen ist und bietet an, ein energiepolitisches Gespräch mit Gevorgyan zu führen.
Die Gastronomie im Wandel
Die Schließung des „Café Chérie“ ist nicht nur ein individuelles Schicksal, sondern steht im Kontext einer größeren Krisensituation in der Gastronomiebranche. Laut Berichten sitzt die Branche auf einem bedeutenden Teil der deutschen Wirtschaft, spiegelt kulturelle Vielfalt und Innovationskraft wider. Jedoch zeigen aktuelle Statistiken, dass die Beschäftigungszahlen und Umsätze stark rückläufig sind. So lag die Zahl der Beschäftigten im Gastronomiebereich im September 2023 um 6,7 % unter dem Niveau von September 2019.
Gastronomen stehen anteilig vor massiven Umsatzeinbußen von real 12,6 % im Vergleich zu vor der Pandemie. Besonders stark betroffen ist der Getränkeausschank mit einem Rückgang von 34,5 %. Viele Gastronomiebetriebe kämpfen daher um ihr Überleben, besonders nach den Herausforderungen durch die COVID-19-Pandemie.
Die Entwicklungen in Gehagens Gastronomie verdeutlichen die aktuellen Probleme und weiterhin hohen Betriebskosten, während der Druck durch politische Entscheidungen weiter wächst.
Für Arturo Gevorgyan und seine Cafés sind die letzten Öffnungstage nicht nur ein Ende, sondern auch ein Symbol für die vielen Herausforderungen, mit denen die deutsche Gastronomie heutzutage konfrontiert ist.
Für weiterführende Informationen zu Gevorgyans Café schließen Sie sich den Berichten von Tag24 und Focus an. Für tiefere Einblicke in die Gastronomieszene in Deutschland und deren aktuelle Trends beachten Sie auch die Analyse von G wie Gastro.