Heute ist der 14.02.2026. Die Rückkehr von Donald Trump ins Präsidentenamt der USA hat weitreichende Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft, insbesondere auf den Mittelstand. Seine handelspolitischen Maßnahmen sorgen für Verunsicherung, da der deutsche Mittelstand stark exportorientiert und eng in globale Lieferketten eingebunden ist. Untersuchungen zeigen, dass viele deutsche Unternehmen ihre Investitionen in den USA zurückhalten. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sind die deutschen Direktinvestitionen in den USA zwischen Februar und November 2025 um 45% zurückgegangen, auf rund 10,2 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Rückgang von über 24% im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt seit 2015.
Die Unsicherheiten, die durch Trumps protektionistische Politik und höhere Zölle entstehen, belasten die Unternehmen zusätzlich. Eine Erhebung von Reuters aus dem Sommer 2025 zeigt, dass fast 30% der deutschen Unternehmen geplante US-Investitionen verschoben und rund 15% sie komplett gestrichen haben. Diese Tendenz wird durch eine Unternehmensbefragung der DZ BANK untermauert, die aufzeigt, dass viele mittelständische Unternehmen ihren Fokus wieder stärker auf den Heimatmarkt und Europa richten.
Marktentwicklungen und Reaktionen
Rund 12% der Mittelständler sind direkt von US-Zöllen betroffen, während fast die Hälfte indirekte Auswirkungen über Kunden und Zulieferer spürt. In Reaktion auf diese Herausforderungen streben Unternehmen eine verstärkte Diversifizierung ihrer Märkte und Lieferketten an, um Risiken besser zu steuern. Die häufigen politischen Wechsel in der US-Handelspolitik machen die Investitions- und Exportplanung zudem kompliziert.
Die deutsche Politik sieht die protektionistischen Maßnahmen der USA kritisch. Politiker betonen, dass US-Zölle und Handelsbeschränkungen den globalen Handel belasten und die Lieferketten komplizieren. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Tendenz der deutschen Unternehmen keine vollständige Abkehr vom US-Markt darstellt, sondern vielmehr eine strategische Absicherung zur Minderung geopolitischer Risiken.
Globale Handelsbeziehungen und neue Herausforderungen
In einem erweiterten Kontext zeigt sich, dass nicht nur die USA, sondern auch China zunehmend in den Fokus der Handelskonflikte rückt. Die EU erhebt beispielsweise zusätzliche Abgaben auf Elektrofahrzeuge aus China, um gegen die subventionierten Preise der chinesischen Autobauer vorzugehen. Samina Sultan vom Institut der Deutschen Wirtschaft beschreibt diese Maßnahmen als eine „rote Karte“ für den Handelspartner. In der Vergangenheit haben sowohl China als auch die USA und europäische Staaten Waren mit Sonderzöllen belegt, was zu sogenannten Handelskriegen führte.
Die Abhängigkeit Deutschlands von Handelsbeziehungen zu den USA und China ist nicht zu unterschätzen. Rohstoffe und Photovoltaik-Anlagen sind nur einige der Bereiche, in denen Deutschland auf diese Länder angewiesen ist. Ökonomen warnen, dass starke Strafzölle nicht nur die deutsche Wirtschaft belasten, sondern auch das eigene Wirtschaftswachstum gefährden könnten. Maschinenbauer, Anlagenbauer und Chemieunternehmen haben ebenfalls mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen.
Die gegenwärtige Situation verdeutlicht, dass die globale Arbeitsteilung zwar viele Vorteile gebracht hat, jedoch auch neue Risiken birgt. Die pessimistischen Ausblicke auf die Zukunft lassen vermuten, dass Konsumgüter teurer werden und die Verfügbarkeit eingeschränkt sein könnte. Viele Ökonomen betrachten das Ende des Freihandels als Realität, was die strategische Planung der Unternehmen noch komplizierter macht.